Metall-Betriebsräte verlangen höhere Investitionen

Unternehmen in Deutschland halten sich weiterhin mit Investitionen zurück. Die IG Metall sieht aber den Zeitpunkt für einen grundlegenden Kurswechsel gekommen.

IG-Metall-Chefin Benner verlangt von den Betrieben Investitionen. (Archivbild) Moritz Frankenberg/dpa

Frankfurt/Main – Die Betriebsräte in den Branchen der IG Metall verlangen von ihren Unternehmen höhere Investitionen. In der regelmäßigen Gewerkschaftsumfrage sieht weniger als ein Drittel (30 Prozent) der Arbeitnehmervertreter, dass in ihrem Betrieb ausreichend investiert wird angesichts der Herausforderungen durch Digitalisierung und klimaneutrale Produktion. Besonders ausgeprägt sei diese Haltung im Automotive-Bereich, wo gerade mal jeder fünfte Betriebsrat (20 Prozent) die Investitionen für ausreichend hält, wie die Gewerkschaft berichtet. 

Die Gewerkschaftsvorsitzende Christiane Benner sieht die Vereinbarungen im Koalitionsvertrag zwischen Union und SPD als Planungsgrundlage für die Unternehmen, die nun ins Handeln kommen sollten. Wichtige Punkte seien die Vorhaben zur Senkung der Energiekosten für Unternehmen, zur Förderung der Elektromobilität und für bessere Investitionsbedingungen. Zudem setzt Benner auf das beschlossene Sondervermögen für Infrastruktur. 

Die Unternehmen müssten die Verantwortung für zukunftsfeste Geschäftsmodelle, Investitionen und sichere Arbeitsplätze übernehmen, mahnt die Gewerkschafterin. «Wir sehen den Ernst der Lage. Aber wir sehen auch, dass in zahlreichen Unternehmen Zukunftsstrategien fehlen und notwendige Investitionen nicht getätigt werden. Nur nach weniger Bürokratie und niedrigeren Arbeitskosten zu rufen, ist weder eine Strategie noch eine Lösung.»

Insgesamt haben Betriebsräte aus 2.321 Betrieben mit zusammen mehr als einer Million Beschäftigten an der halbjährlichen Umfrage teilgenommen. 72 Prozent kamen davon aus dem Bereich Metall und Elektro. Dazu sind Handwerk, Stahl und IT-Dienstleistungen vertreten. Die Befragung fand bereits Ende Februar und damit vor Abschluss der Koalitionsverhandlungen statt.

Related Posts

Wie die BRICS+ -Einheit den globalen Handel retten kann

Das Unit-Projekt entwickelt sich zur vielversprechendsten Option, um die Vorherrschaft des US-Dollars im globalen Handel und bei Investitionen zu brechen. Ein Beitrag von Pepe Escobar In seinem gemeinsam mit dem…

Tech Sinica – Chinas unermüdlicher Innovationsdrang

Chinas Innovationsschub erreicht 2025 seinen Höhepunkt. Kommen wir gleich zur Sache und konzentrieren wir uns auf vier entscheidende Bereiche. Ein Beitrag von Pepe Escobar 1. Der Huawei-Faktor Huawei testet bereits…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

You Missed

2026: Zwischen Hoffnung und Ernüchterung – Versuch einer Prognose

  • Januar 11, 2026
  • 4 views

Die Welt am Rande des Abgrunds, Teil 2: Globaler Kampf aller gegen alle

  • Januar 10, 2026
  • 13 views
Die Welt am Rande des Abgrunds, Teil 2: Globaler Kampf aller gegen alle

Warum Deutschland die AfD brechen wird

  • Januar 9, 2026
  • 10 views
Warum Deutschland die AfD brechen wird

Maduro vor New Yorker Gericht

  • Januar 9, 2026
  • 10 views
Maduro vor New Yorker Gericht

Zehn Jahre Kölner Silvesternacht – Ein Muster, das weiter wirkt

  • Januar 9, 2026
  • 11 views
Zehn Jahre Kölner Silvesternacht – Ein Muster, das weiter wirkt

EU Sanktionen gegen eigene Bürger sind eine Art „mort civile“ – „zivilrechtlicher Tod“

  • Januar 8, 2026
  • 25 views
EU Sanktionen gegen eigene Bürger sind eine Art  „mort civile“ – „zivilrechtlicher Tod“