Kultur von unten

Unser Münchner Autor findet bei seiner Suche nach Spuren und Fossilien einer „Kultur von unten“ vor allem: Geschichten und Geschichte.

Ein Beitrag von Michael Sailer

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Foto: Mummelgrummel, CC BY-SA 3.0 (Auer Dult München 2013)

Das gesetzte Motto für die folgende Erzählung lautete: Kultur von unten. Während ich darüber nachdachte, was das heißen könnte, fing ich an, darüber nachzudenken, was das bedeuten könnte. Wenn ich von früher und meiner Kindheit erzähle, wird mir gelegentlich eine Neigung zum anekdotischen Kitsch attestiert. Aber anders wird das nicht gehen; aus Analysen wachsen keine Bilder, mangels Materials auch keine Erkenntnisse, und da von all dem, woran ich mich erinnere, in der Gegenwart so gut wie nichts mehr übrig ist, lassen sich daraus auch keine beschreibenden oder herleitenden Schlüsse ziehen. Dies als Warnung vorab.

Kultur, das habe ich neulich gelernt (weiß aber nicht mehr wo), sei „eine unverzichtbare Enklave lokaler Entropielenkung“. Das hätte ich als Dreizehnjähriger möglicherweise verstanden, wenn man es mir ausführlich erklärt hätte. Aber damals lernten wir: „Kultur“ kommt vom lateinischen colere, also: „hegen und pflegen, abwarten“. „Im engeren Sinne“, meint das Handwörterbuch von Karl Ernst Georges, auch „Feldbau betreiben, bebauen, bewohnen, hausen, sich bleibend aufhalten, einen Ort frequentieren“ und endlich „schmücken“. Und ehrlich gesagt: Das verstehe ich bis heute nicht; es verweist auf irgendwas mit Brauchtum und so Zeugs, was einem Dreizehnjährigen damals so fremd und widerlich war wie einem siebzigjährigen Kriegsversehrten unser Punk Rock und das dazugehörige … nun ja, „Brauchtum“.

Später, in den Achtzigern – da war ich dann schon zwanzig – „sang“ Bruce Springsteen: 

We learned more from a three minute record than we ever learned at school. 

Da mag man von heute aus einwenden, daß der Mann seitdem auch nicht mehr viel gelernt (oder die falschen Platten gehört) hat. Aber damals fand ich das in der notwendigen Übertreibung sehr treffend beschrieben, wenn ich mich erinnerte, wie das so gewesen war: In der Schule brachte man uns dies und das bei (oder versuchte es wenigstens), im Gymnasium recht spezifisch und auf spätere Verwendung (des Beigebrachten oder dessen, dem es beigebracht wurde) bedacht. Das meiste war schnell wieder vergessen – oft schon bevor es abgefragt wurde –, aber manches blieb hängen. Unser Zeichenlehrer, dessen Strenge mir ein Greuel war und dessen versteckte Polemik ich erst viel später würdigen konnte, pflegte uns als Fünft- und Sechstkläßlern „Themen“ aufzugeben, die wir dann mit Wasserfarben oder Tusche malend bewältigen sollten. Manchmal waren sie sehr unspezifisch und trafen auf viele fragende Gesichter. Herr Michel sagte dann in amüsierter Zufriedenheit: „Laßt euch eben etwas einfallen! Als Abteilungsleiter braucht ihr auch Ideen!“ Wegen Gymnasium, Sie verstehen. Gelernt haben wir davon wenig, schon gar nichts über „Kultur“. Was war denn nun „unsere“ Kultur, die wir als im „unteren“ Bereich der Gesellschaft lebende Menschen „hegten und pflegten“ oder in der wir „hausten“?

Waren das die Giesinger Betonsilos, die in exakt gleicher Form in sämtlichen Sozialvierteln der westlichen Welt (und nicht nur dieser) herumstanden und -stehen? Oder die Überreste älterer Bebauung, die Blocks aus den zwanziger und dreißiger Jahren, die solider und gemütlicher wirkten, mit ihrem spießigen Muff aus Brotsuppe und Holzbrand und den im Treppenhaus warnend ausgehängten Hausordnungen aber auch nicht unbedingt „heimatlich“?

BildbeschreibungFoto: Hubert von Herkomer, „Im Wirtshaus“, 1883 (Public Domain, Wikimedia Commons)

Waren es die Wirtshäuser (die eben keine „Gasthäuser“ waren), in denen man grummelte, raunte, kollektiv nörgelte und schimpfte, Karten drosch, pampige Sachen mit Kartoffeln oder Nudeln verzehrte und aus denen wir Kinder schon wegen des erstickenden Rauchs von hundert Zigaretten und Zigarren vom halbvollen Limoglas nach draußen flüchteten, um dort von trachtentragenden Unholden wegen ungebührlichen Verhaltens als „Rotzlöffel“ und „Scheißtracken“ vergattert zu werden? 

War es die heute als Touristenattraktion beworbene Auer Dult, wo man billiges Geschirr und gebrauchte Klamotten kaufte und sich danach eine Maß Bier, gebrannte Mandeln und eine Fischsemmel leistete, die mit grellrot gefärbtem Kunstlachs (der nach öliger Watte mit viel Salz schmeckte) und ein paar Zwiebeln gefüllt war?

War es die in den sechziger Jahren einsetzende Bevölkerungsemulsion aus Ausgebeuteten fremder und eigener Länder, aus der schon in Zeiten der „Heimatvertriebenen“ nie eine homogene Lösung werden wollte? Die ersten italienischen und griechischen Lokale, in denen rituell getanzt und gesungen wurde? War es die Kirche (die wir höchstens besuchten, um uns vor dem Tor zum Herumlungern zu treffen) mit ihren „Angeboten“ (Chor, Tischtennis)? War es das mittägliche Glockenläuten „Engel des Herrn“, das auch im Rundfunk übertragen wurde, weshalb meine Oma vor dem Essen zehn Minuten lang den Radio in der Küche ein- und sofort wieder ausschaltete, wenn der erste Schlager erklang, weil sie diesen „Krawall“ – der sie möglicherweise an dunkle Zeiten erinnerte – nicht ertragen wollte? Das alljährliche Sommerfest zum Patrozinium auf der Pfarrwiese, wo sich die (leidlich gläubigen) Erwachsenen samt Pfarrer und Kaplan betranken, während die Kinder Fußball und Fangermandl spielten (dazu gab es eine Bude, wo man mit Bällen auf Blechdosen werfen konnte)?

Waren es die seltenen, von einem Bekannten aus einem anderen Stadtteil mit geliehenem Geld oder über „Beziehungen“ spendierten Ausflüge in Oper, Theater oder Ballett, die ich so grauenhaft und langweilig fand, daß ich die körperlichen Schmerzen beim Absitzen noch heute nachempfinden kann und auch später nie verstehen wollte, worum es in dem Dargebotenen ging? War es die Stadtbücherei, in der es keine Donald-Duck-Hefte, aber wenigstens Bücher von Enid Blyton und Edgar Allan Poe gab, die jedoch mit Giesing und unserem Leben absolut gar nichts zu tun hatten? (Wieso gab es eigentlich keine Bücher über unser Leben?)

BildbeschreibungFoto: Neue Schwabinger 7, Live-Konzert 2013 (B. Erdödy, CC BY-SA 3.0 DE)

Oder waren es (später) die Schwabinger Kneipen, in denen an manchen Abenden so viele junge Leute gleichzeitig mit billigen Instrumenten auf niedrigen Bühnen herumhüpften und fremdsprachige Lieder über (vermeintliche) Liebe, (verklausulierten) Sex, manchmal auch (allgemeine) Sehnsucht und die Zustände in fernen Gegenden sangen? Das vielleicht noch am ehesten, weil man sich da in gewisser Weise zu Hause fühlen konnte, obwohl nicht kodifizierte Verhaltensregeln einer gefühlten „Coolness“ einzuhalten waren und man in manche Läden nur hineinkam, wenn man schon „drinnen“ war. (Übrigens war mein Urgroßvater bis zu seiner standrechtlichen Ermordung während der Räterevolution „nebenberuflich“ Volkssänger; von seinen Liedern ist aber nicht eines, nicht einmal ein Fetzen überliefert.)

Ich weiß es bis heute nicht. Je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr breitet sich in mir ein erinnertes Gefühl der generellen Nichtzugehörigkeit aus, das seltsamerweise trotzdem nostalgische Empfindungen weckt, die gerade mit der Verlorenheit verbunden sind, die ja mit dem körperlichen Wachstum in einen ebenso generellen Trotz gegen alles mündete. 1980 hörte ich zwei Lieder der englischen Band UK Subs, deren Text jeweils nur aus einer Zeile bestand, die aber so treffend war, daß es keine zweite brauchte. Die eine lautete „You don’t belong“, die andere „You can’t take it anymore“, und der „you“ in beiden war irgendwie ich, auch wenn ich das ja nur nachplapperte.

Apropos Schallplatten und kurz zurück zu Bruce Springsteen: Was wir als Kinder und Jugendliche von der Welt, von den Verhältnissen wußten oder ahnten, erfuhren wir nicht in der Schule, auch nicht aus Büchern oder Zeitungen, sondern durch die „three minute records“, die ab Ende der siebziger Jahre für einige Zeit so wichtig wurden wie nichts anderes. „Holidays in the Sun“ (Sex Pistols), „White Riot“, „English Civil War“ (The Clash), „Strange Town“, „Going Underground“ (The Jam) und eine unüberschaubare Masse, ein stetiger Strom weiterer Singles versorgte uns – zugegebenermaßen eine Randgruppe von vielleicht vierzig oder fünfzig Jugendlichen – mit Botschaften, aus denen eine Art Identität erstand, die allerdings mit den tatsächlichen Verhältnissen in unserer örtlichen Umgebung höchstens als ideelles, widerständiges Gegenbild zu tun hatte. Weil es da halt einfach nichts gab. 

Später kratzten wir ein paar billige Instrumente zusammen und machten uns daran, unser Leben selbst zu vertonen, als epigonalen Ausbruch von wildem Lärm, Krach und Gebrüll, der immerhin den Zweck erfüllte, Eltern, Lehrern und anderen Erwachsenen fürchterlichen Schrecken einzujagen. War das nun Kultur? Ich fürchte: nein. Man könnte den alten Stempel „Subkultur“ hervorkramen, aber mit dieser – langhaarigen Liedermachern und namenlosen Bluesmuckern, die mit städtischer Almosenförderung zum Beispiel im Olympia-Theatron auftreten durften – wollten wir ja auch nicht das Geringste zu tun haben, weil ihre „Revolution“ vor Jahren schon im Ansatz gescheitert war.

Wenn ich mich recht erinnere (ich mag mich irren), stand in Giesing nicht einmal ein Maibaum, der mit den lokalen Zünften und Gewerken beschildert gewesen wäre. Solche gab es ja so gut wie nicht. Gearbeitet wurde in Fabriken – einer Strickerei, einer Telephon- und einer Schalterfabrik –, Speditionen (Buchinger und Hofstetter), Büros (einer Versicherung) beziehungsweise bei Siemens, meist in anderen Stadtteilen, wozu es lange Bus- und Tramfahrten brauchte. Die wenigen verbliebenen Handwerksbetriebe verschwanden in den Siebzigern; ihre Holzbaracken wurden durch neue Betonsilos ersetzt.

Manchmal, später, wünschte ich mir, es hätte jemand Gelegenheit gefunden, all das zu beschreiben, was da passierte in diesen Jahren in diesem Viertel, die Menschen und ihre Verrichtungen, worüber sie lachten und weinten, was sie so taten (wenn sie nicht arbeiteten), redeten, wovon sie träumten, was sie versuchten und woran sie scheiterten, was bewahrt wurde, verloren ging und bald vergessen war. Die berühmten „kleinen Dinge“, die einem nicht auffallen, weil sie immer da sind, und die man erst zu sehen sich wünscht, wenn man sie nicht mehr sehen kann. Vielleicht wäre darin eine Kultur zu erkennen und zu entdecken gewesen. Es war aber halt so, daß man unten kaum etwas aufschrieb, aufhob, bewahrte oder gar so zusammenstellte und arrangierte, daß es begreiflich geworden wäre. Wenn jemand wegzog oder aus seiner Wohnung herausstarb, landete alles, was zurückblieb, in der Mülltonne, deren Inhalt damals noch nicht getrennt wurde. Manchmal stöberte ich darin, fand alte Photos, amtliche Dokumente und bekritzeltes Papier zwischen Kartoffelschalen, Kaffeesatz und kaputten Gummistiefeln. Anzufangen war damit so gut wie nichts; es war ja alles wertlos. Als ich später viele Bücher las, Literatur studierte und noch mehr Bücher las, stellte ich fest, daß alle diese Bücher von Leuten geschrieben wurden, die ganz anders lebten, die über ideelle und oft auch örtliche, familiäre, strukturelle Traditionen verfügten, die außerdem ganz anders hießen als wir. Viele davon waren schön und gut, die meisten (neueren) nicht, und über mein, über unser Leben stand darin nichts oder höchstens in Nebensätzen, als namen- und bezugsloses „Kolorit“.

Auch dazu fällt mir eine Geschichte ein: Meine Eltern hatten einen etwas älteren Freund, der deutlich anderen Verhältnissen entstammte, an deren Bräuchen er rudimentär festhielt und in die er uns immer wieder einzuführen versuchte, obwohl er selbst auf unklare Weise – Flucht und Vertreibung im und nach dem Krieg, familiäre Zerwürfnisse, eine starke Neigung zu unmäßigem Trinken, dies und das – aus diesen Verhältnissen verstoßen worden war. Er lieh sich Geld, um Bücher und Schallplatten zu kaufen, die er in unser Wohnzimmer trug, um sie vorzuführen, und dann zurückließ oder verschenkte, weshalb er das Geld natürlich nie zurückzahlen konnte. Die erwähnten Einladungen in Stätten der „Hochkultur“ gingen sämtlich auf ihn zurück; er hatte da „Kontakte“ (wie man heute sagen würde). Als eines Tages beraten wurde, wie man angesichts des allgemeinen Geldmangels ein Weihnachtsessen für einen größeren Kreis revolutionär gesinnter Rätesozialisten auf den Tisch bringen könne, ernannte er sich zum Küchenchef und konzipierte einen Eintopf, der teures Zeug wie Gänse, Enten und ähnliche festliche Sperenzchen preisgünstig ersetzen sollte. Die Kartoffeln für den Eintopf kaufte er dann allerdings im Feinkosthaus Dallmayr am Dom, wo sie um einiges mehr kosteten als eine fette Weihnachtsgans beim Metzger an der Ecke.

Bildbeschreibung

Foto: Rudy Dutschke 1977 (DNGRS Berlin, CC BY-SA 4.0)

Zweifellos aber war er in seiner ungebremsten Lebenssucht, seinem Hang nach allem, was tönte und lebte und rebellierte, und seiner Offenheit ein Magnet für alles, was „anders“ war. In seiner Gegenwart (die nie in seinen eigenen vier Wänden stattfand, wo sich Bücher, Dokumente und Schallplatten stapelten wie in einem überfüllten Warenlager) trafen sich Menschen, die sich sonst nie getroffen hätten, und zweifellos war es nicht zuletzt er, der durch das Knüpfen von Kontakten zwischen SDS (Dutschke et al.), Gewerkschaftern, Arbeiterräten, Anarchisten (Kunzelmanns Dunstkreis – dessen Keller in der Bauerstraße okkupierte er als Sammelbecken), den erwähnten Rätesozialisten (Überschneidungen eingeschlossen), Kommunarden (die Kommune 1 war wohl wenigstens teilweise auch seine Idee), pubertären Terroristen, Heimflüchtlingen und andersklassigen geistig Aufgeschlossenen den Boden bereitete für das, was hochgestochene Mitläufer und -verdiener später als Konzept „1968“ ausbeuteten. Ohne ihn, wage ich zu behaupten, hätte es all das nie gegeben, und ohne ihn wären mir wohl auch schreckliche Begegnungen mit „Hochkultur“ erspart geblieben – er arbeitete im Stadtmuseum am Jakobsplatz, war dort zwar lediglich Aufseher, zwackte aber bei jeder Gelegenheit übriggebliebene Eintrittskarten zu Veranstaltungen hochnäsiger Redner, Sänger und Instrumentalisten für jenes Volk ab, das sich so etwas nicht leisten konnte. So kreiste nicht nur der linke Untergrund um ihn, sondern verschmolz bisweilen ansatzweise mit „denen da oben“. Museumsaufseher war er übrigens geworden, weil sein alter Job als Trambahnschaffner im Zuge der Einführung von Stempelautomaten abgeschafft wurde.

Und da haben wir’s: In den Hekatomben von „historiographischer Literatur“ zu den „68ern“ kommt er genau ein einziges Mal vor. Ulrich Enzensberger (auch so einer) tippte in seine kreuzpeinlich unbedarfte Heldenkolportage „Die Jahre der Kommune 1“ (2004 im Auftrag des Oberschichtverlags Kiepenheuer & Witsch zusammengehudelt und gleich wieder vergessen), in der er ansonsten mit „prominenten“ Namen und heroischen Anekdoten nur so um sich wirft, diesen (zitierten) Satz über die „Gesellschaft für wissenschaftlichen Sozialismus“ hinein: „Da versammelten sich Straßenbahnfahrer, Friseusen, Buchhändler – es ist auch ein Publizist dabeigewesen – unter der Ägide eines gewissen Gramke.“ Keine weiteren Namen, nur noch die Bemerkung, die „Gesellschaft“ des damals von allen Münchner Linken und Andersdenkern hochverehrten, kriegsblinden und 1990 unbemerkt verstorbenen Rolf Gramke habe „in Münchner Betrieben agitiert“. Ach so, unser Familienfreund hieß übrigens Walter Karg und war nie Straßenbahnfahrer, sondern, wie gesagt, Schaffner. Für die pseudointellektuelle Oberschicht mag das kein Unterschied sein. Und eine Kultur war all das – Flugblätter, Unterschriftensammlungen, hektographierte Raubdrucke und die auf der Schreibmaschine meines Onkels getippte Zeitschrift „Von Kollegen für Kollegen“ – selbstverständlich auch nicht. Suchen Sie im Internet lieber nicht danach. Es könnte der Eindruck entstehen, es habe das alles nie gegeben.

Mein Opa (den ich kannte, der andere starb zu früh) hat während meines ganzen Lebens nie eine Trachtenlederhose getragen. Er verbrachte drei Jahre in sowjetischer Kriegsgefangenschaft und erzählte mir manchmal von dem wunderbaren Land – und von den Scheißnazis, die nach dem Krieg wie durch einen Ideologie-Pfandautomaten frisch befüllt in ihre alten Ämter zurückkehrten, um zu erläutern, wie Deutschland von den Nazis (also ihnen) „befreit“ worden sei. Die entsprechende Rede eines besonders fiesen Oberschicht-Nazinachkömmlings zum vierzigsten Jahrestag des wenigstens versuchten, im Westen leider vergeblichen Niederringens der üblen Brut durch die Rote Armee mußte er Gott und den Folgen lebenslanger Entbehrungen sei Dank nicht mehr miterleben. Zurückgelassen hat er: nichts. Außer einem elektrischen Rasierapparat, den er mir zwei Monate vor seinem Tod vererbte.

„Kultur“? Ach ja. Ich weiß dazu leider – von „unten“ – immer noch nichts zu sagen. Aber die Suche nach Spuren und Fossilien ist vielleicht nicht ganz vergeblich; bei Gelegenheit werde ich sie fortsetzen.

Quelle: https://www.freie-medienakademie.de/medien-plus/kultur-von-unten

Michael Sailer schreibt und und macht gelegentlich immer noch Musik. Er betreibt mit Franz Esser die Lese- und Musikbühne ‚Platz! der Freiheit‘ und denkt viel nach, über Oben & Unten und überhaupt über die Welt.

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