Gazprom verzeichnet schlechtestes Jahr seiner Geschichte – „Kommersant“

Der Konzern Gazprom hat laut International Financial Reporting Standards (IFRS) 2023 das schlechteste Ergebnis seiner Geschichte verzeichnet. Der Verlust des Konzerns belief sich auf 629 Milliarden Rubel und der Erlös sank um 27 Prozent auf 8,54 Billionen Rubel (ein Euro = 100 Rubel), berichtet die russische Wirtschaftszeitung „Kommersant“. Die Einnahmen des Unternehmens aus dem Gasverkauf sinken aufgrund rückläufiger Exporte nach Europa und liegen bereits Ende 2023 unter den Einnahmen des Ölgeschäfts, stellt das Blatt fest.

shutterstock/Viacheslav Lopatin

Das letzte Mal, dass das Unternehmen einen Verlust verzeichnete, war in den Default-Jahren 1998–1999. Damals waren die Ölpreise auf den Weltmärkten extrem niedrig (die meisten Gazprom-Verträge waren an Öl gebunden), und die Zahl der Zahlungsausfälle auf dem Inlandsmarkt war hoch. Selbst in der Pandemie-Zeit, als sowohl die Exportpreise als auch die Gasabsatzmengen deutlich zurückgingen, zeigte Gazprom Ende 2020 keine derart schlechten Ergebnisse.

 Der Hauptgrund für den Verlust war der Rückgang der Einnahmen aus Gasverkäufen in die Europäische Union, so das Blatt.

Den Berechnungen der Zeitung zufolge reduzierte das Unternehmen im Jahr 2023 die Pipeline-Exporte nach Europa auf 24 Milliarden Kubikmeter (er transportierte Gas über den Turkish Stream und den ukrainischen Transit), verglichen mit 62 Milliarden Kubikmetern ein Jahr zuvor.

Die insgesamt negativen Auswirkungen geringerer Verkäufe in der EU und niedrigerer Gaspreise auf den Erlös von Gazprom könnten nach Schätzungen von Marcel Salichov vom Institut für Energie und Finanzen auf 50 bis 55 Milliarden US-Dollar oder 4,2 bis 4,7 Billionen Rubel geschätzt werden.

Der Erlös aus dem Verkauf von Gazprom-Gas sank um die Hälfte auf 3 Billionen Rubel, wodurch der Erlös aus dem Verkauf von Öl, Gaskondensat sowie Öl- und Gasprodukten im Ölsegment erstmals den des Gassegments übertraf: Er erreichte 3,3 Billionen Rubel.

  • Related Posts

    Ein Startup namens Quantum Frontline Industries oder warum es so schwer fällt, den Krieg zu beenden

    Wenn man wissen will, was die Politik motiviert, ist es manchmal ganz interessant, sich anzusehen, wohin sich das Geld bewegt. Eine kleine Drohnenproduktion im Alpenvorland, die aktuell als Bilderkulisse diente,…

    Maschinen an die Macht!

    Die neuen Herren dieser Welt erhoffen sich vom ungehemmten Einsatz der Technik eine radikale Umwandlung aller Lebensbereiche. Dieser Ansatz ist nicht ganz neu. Ein Beitrag von Hermann Ploppa Wir sträuben…

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

    You Missed

    Wer Eliten kritisiert ist ein rechter Verschwörungstheoretiker?

    • Februar 27, 2026
    • 20 views
    Wer Eliten kritisiert ist ein rechter Verschwörungstheoretiker?

    Merz und die tiefste Barbarei

    • Februar 27, 2026
    • 6 views
    Merz und die tiefste Barbarei

    Russland muss zu begrenzten nuklearen Schlägen gegen den Westen bereit sein – Teil 3

    • Februar 27, 2026
    • 19 views
    Russland muss zu begrenzten nuklearen Schlägen gegen den Westen bereit sein – Teil 3

    Iran zwingt US-Marine zum Rückzug, Trump unter Schock, als Russland und BRICS eingreifen

    • Februar 26, 2026
    • 9 views
    Iran zwingt US-Marine zum Rückzug, Trump unter Schock, als Russland und BRICS eingreifen

    Russland muss zu begrenzten nuklearen Schlägen gegen den Westen bereit sein – Teil 2

    • Februar 26, 2026
    • 25 views
    Russland muss zu begrenzten nuklearen Schlägen gegen den Westen bereit sein – Teil 2

    Reagan und Trump: Rollback-Strategien im Kalten Krieg 2.0

    • Februar 26, 2026
    • 28 views
    Reagan und Trump: Rollback-Strategien im Kalten Krieg 2.0