Brände bei Jerusalem noch nicht unter Kontrolle

Die Feuer in der Gegend von Jerusalem wüten weiter. Im Laufe des Tages wird internationale Hilfe erwartet. Berichten zufolge sind große Landstriche in der Nähe der Stadt abgebrannt.

In den Wäldern rund um Jerusalem kommt es immer wieder zu Feuern.  Ohad Zwigenberg/AP/dpa

Jerusalem – Israelische Rettungskräfte kämpfen weiter gegen große Waldbrände im Umkreis von Jerusalem. Bislang seien die Brände noch nicht unter Kontrolle, teilte Israels Feuerwehr am Morgen mit. Sie wolle dies aber in den kommenden Stunden erreichen, hieß es. Am Nachmittag soll der Wind wieder stärker werden, so dass das Risiko für die Ausbreitung der Feuer wieder steigen würde.

Rettungskräfte sind laut Feuerwehr derzeit noch an sechs großen Brandorten im Einsatz. Den Angaben nach wurden bislang 21 Feuerwehrleute leicht verletzt. Inzwischen dürfen auch die Anwohner der bis zuletzt noch wegen der Brände geräumten Orte wieder nach Hause zurückkehren. 

Der Jüdische Nationalfonds (KKL-JNF) meldete, insgesamt seien bislang 2.000 Hektar Land, darunter vor allem Waldgebiete, abgebrannt. Dies entspricht in etwa der Fläche des Flughafens von Frankfurt am Main. Israelischen Medien verbreiteten Aufnahmen, die unter anderem verkohlte Felder und Waldstücke zeigen.

Medien berichteten, dass im Laufe des Tages Löschflugzeuge aus Italien und Kroatien eintreffen sollen. Zypern schickte am Morgen eigenen Angaben zufolge zur Unterstützung einen Hubschrauber nach Israel. Berichten zufolge ist er inzwischen eingetroffen.

Der Zugverkehr von und nach Jerusalem wurde nach Angaben der israelischen Eisenbahngesellschaft wieder aufgenommen. Auch alle Straßen, darunter die zentrale Schnellstraße zwischen Tel Aviv und Jerusalem, wurden Medien zufolge wieder für den Verkehr freigegeben. Die israelische Nachrichtenseite «ynet» berichtete, mehr als 100 wegen der Brände zurückgelassene Autos seien auf einen Parkplatz in der Gegend geschleppt worden. Auf Videos war zu sehen gewesen, wie Menschen am Tag zuvor wegen des dichten Rauchs auf der Straße aus ihren Autos flüchteten und diese stehenließen.

Ursache weiter unklar

Seit Mittwoch toben in der Gegend um Jerusalem schwere Waldbrände. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte Medien zufolge, 18 Verdächtige seien bisher wegen des Vorwurfs der Brandstiftung festgenommen worden. Mehrere israelische Medien berichteten unter Berufung auf Polizeikreise hingegen, Einsatzkräfte hätten insgesamt drei Personen festgenommen. Laut der Feuerwehr ist die Ursache für die Feuer ist weiter unklar. 

Mehrere Menschen wurden verletzt und mussten etwa wegen Rauchverletzungen behandelt werden. Der Bezirksleiter der Jerusalemer Feuerwehr sprach im israelischen Fernsehen von dem «vielleicht größten» Waldbrand, den es je in Israel gegeben habe. 

2010 waren bei der schlimmsten Feuersbrunst in der israelischen Geschichte im Karmel-Gebirge mehr als 40 Menschen getötet worden. In den Wäldern rund um Jerusalem kommt es immer wieder zu Feuern. Auch in anderen Teilen des Landes hatte es zeitweise Waldbrände gegeben.

Berichten zufolge gab es zudem in einem Vorort von Tel Aviv ein Feuer in einem Pflegeheim, mehrere Bewohner der Einrichtung seien gerettet worden. Mehrere Menschen seien leicht verletzt worden.

Die Temperaturen sind nach einer Hitzewelle im Land über Nacht gefallen. Nach Angaben des israelischen Wetterdienstes wird ab dem Nachmittag aber wieder mit starkem Wind gerechnet, so dass erneut Brandgefahr bestehe.

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