Gefährliche Chemikalien in Outdoor-Kleidung

Regen, Wind, Schmutz: All dem soll Outdoor-Kleidung im Idealfall trotzen. Sogenannte Pfas können dafür sorgen. Was steckt dahinter – und warum sollte man auf Pfas dennoch besser verzichten?

Pfas: Das ist die Abkürzung für Per- und polyfluorierte Chemikalien. Sie helfen, Textilien wasser-, schmutz- und fettabweisend zu machen. Das macht sie ideal für Outdoor-Kleidung. Ob nun Regen auf der Fahrradtour oder Wandern in den Bergen – die Jacke mit PFAS bleibt möglichst sauber und trocken.

shutterstock / Maridav

Das klingt erst mal gut. Doch Pfas, die auch Ewigkeitschemikalien genannt werden, sind sehr langlebig. Bis sie sich in der Umwelt abgebaut haben, können bis zu 1000 Jahre vergehen. Und einige reichern sich in verschiedenen Organismen an, bis hin zum Menschen.

Laut Luise Körner vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) wurden einige Pfas mit verschiedenen Erkrankungen in Verbindung gebracht, wie Erkrankungen des Hormonsystems, Schilddrüsenerkrankungen, Lebererkrankungen und einer verringerten Impfwirkung bei Kindern.

Auf Hersteller-Aussagen achten

Eine gute Nachricht: „Es ist keine notwendige Anwendung im Fall von Outdoor-Jacken und es gibt tatsächlich Alternativen“, sagt Körner. Oft lohnt sich schon ein Blick auf das Label, denn viele Hersteller kennzeichnen ihre Produkte, wenn sie Pfas-frei sind.

Vorsicht beim Imprägnieren

Nur was, wenn man schon Kleidungsstücke hat, die Pfas enthalten? Sollte man sie dann vielleicht am besten wegschmeißen? Luise Körner zufolge nicht unbedingt: „Wenn man schon seit ein paar Jahren so eine Jacke hat und sie ein paar Mal gewaschen hat, dann ist es tatsächlich besser, man behält sie und trägt sie. Einfach seine Kleidung wegzuschmeißen, löst das Problem nicht und ist auch nicht nachhaltig.“ Entsorgt man die Jacke doch nach langem Tragen, gehört sie in den Restmüll.

Übrigens: Auch beim Imprägnieren von Kleidung ist Vorsicht geboten. Viele Imprägniersprays enthalten PFAS. Die Chemikalien werden beim Einsprühen nicht nur auf der Kleidung, sondern auch in der Luft verteilt. Das heißt, wir atmen sie ein.

Und auch in anderen Produkten können Pfas enthalten sein, in Koch-, Back- und Bratgeschirr etwa oder in Kosmetik. Achten Sie auch hier auf Aussagen wie „Frei von Pfas“. Hilfreich kann zudem die App ToxFox des BUND sein, mit der man etwa den Strichcode von Kosmetikprodukten scannen kann und dann die Inhaltsstoffe angezeigt bekommt.

  • Related Posts

    Wichtig sind die Menschen

    Ein Gespräch mit dem spanischen Start-Up Unternehmer Juan Bellvis über den langen Weg von der Idee zum Geschäftserfolg.  Ein Beitrag von Axel Klopprogge Olympisches Dorf in Barcelona 1992 (Foto: Aldis…

    Und Merkel geistert durch Hamburg …

    Im Hamburger Rathaus gibt es ein jährliches Festmahl, eine jahrhundertealte Tradition: das Matthiae-Mahl. Nicht zum ersten Mal trat dort Ex-Kanzlerin Angela Merkel als Rednerin auf. Und obwohl sie nur eine…

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

    You Missed

    Markus Krall – wie 13 tapfere deutsche Soldaten Grönland gerettet haben

    • März 19, 2026
    • 12 views

    Neugroßdeutschland und die Pressefreiheit – schon wieder Kontokündigung eines kritischen Journalisten

    • März 19, 2026
    • 15 views
    Neugroßdeutschland und die Pressefreiheit – schon wieder Kontokündigung eines kritischen Journalisten

    Iranische Raketen überwinden israelisch-amerikanische Luftabwehr

    • März 19, 2026
    • 16 views
    Iranische Raketen überwinden israelisch-amerikanische Luftabwehr

    Schweden provoziert Russland an der schmalsten Stelle der Ostsee

    • März 19, 2026
    • 24 views
    Schweden provoziert Russland an der schmalsten Stelle der Ostsee

    Kiewer Regime bedroht Leben des ungarischen Präsidenten und seiner Familie

    • März 18, 2026
    • 53 views
    Kiewer Regime bedroht Leben des ungarischen Präsidenten und seiner Familie

    Würden Sie diesem Mann Ihre Milliarden anvertrauen?

    • März 18, 2026
    • 12 views
    Würden Sie diesem Mann Ihre Milliarden anvertrauen?