Telegram-Gründer Durow im Carlson-Interview: Das allerwichtigste ist Freiheit

In seinem Interview für den US-Journalisten Tucker Carlson ist der russische Unternehmer und Gründer des Messengers Telegram, Pawel Durow, auf die Entstehungsgeschichte seines erfolgreichen Produkts, auf den Platz des Messengers in der heutigen Welt und auf die Einstellung von Regierungen in verschiedenen Ländern zu Telegram eingegangen.

shutterstock/Mehaniq

Wie der Multimillionär sagte, lebt er jetzt in Dubai, wo sich auch das Hauptquartier seines Unternehmens befindet. Er spüre keinen Druck seitens der Behörden auf die Tätigkeit seiner Firma. Vorher hatte Durow nach eigenen Worten versucht, in anderen Ländern Fuß zu fassen, unter anderem in Deutschland, Großbritannien und Singapur, musste aber an bürokratischen Barrieren scheitern.

Auch sein Versuch, sich in den USA niederzulassen, hatte keinen Erfolg. Wie der Unternehmer verriet, sei das Interesse des FBI und anderer Sicherheitsbehörden für seine Aktivitäten zu aufdringlich gewesen.

Auf die Idee, einen Messenger zu entwickeln, sei er in Russland gekommen, als er Durchsuchungen erleben musste. Dabei stellte er fest, dass er über keinen sicheren Kommunikationskanal verfüge. Wie Durow behauptet, werde Telegram nicht von russischen Behörden kontrolliert: Menschen, die das behaupten, würden „eine äußerst beschränkte Vorstellung“ von dem haben, wie der Messenger entstanden sei, sagte er.

Telegram sei eine neutrale und für alle zugängliche Plattform, so Durow. Zugleich räumte er ein, dass Protestler in Hongkong, Kasachstan und Belarus davon Gebrauch gemacht haben.

Aktuell zähle Telegram etwa 900 Millionen Nutzer. Dabei gebe das Unternehmen nichts für Marketing und Werbung aus. Seine Firma habe 30 Ingenieure, Durow selbst sei dabei der einzige Product-Manager.

Den stärksten Druck verspüre er nicht von Seiten der Regierungen, sondern seitens Apple und Google, die, so Durow, mehrmals verlangt haben, Anforderungen dieser Unternehmen einzuhalten.

Nach der Capitol-Erstürmung im Januar 2021 hätte Telegram einen Brief von der Demokratischen Partei bekommen mit der Bitte, alle Daten zu den Protesten zur Verfügung zu stellen. Wenig später habe sein Unternehmen eine ähnliche Anfrage von der Republikanischen Partei erhalten. In beiden Briefen habe es geheißen, Telegram würde im Fall einer Weigerung gegen die Verfassungsnormen verstoßen. Durows Unternehmen habe aber beide Anfragen ignoriert.

Wie der Unternehmer behauptet, hatte er nie das Ziel verfolgt, reich zu werden. Wichtig für ihn sei nur seine persönliche Freiheit. Auf seinen Konten liegen aktuell hunderte Millionen Dollar, mit denen er aber nichts unternehme.  

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