Arbeitsagenturen erwarten steigende Arbeitslosigkeit – aber niemand fragt nach den Ursachen

Jeden Monat fragen die Arbeitsmarktforscher der Bundesagentur landauf, landab nach der erwarteten Entwicklung von Beschäftigung und Arbeitslosigkeit. Der Ausblick für 2025 ist wenig erfreulich. Die Ursachen bleiben wie immer im Dunkeln.

Arbeitslosigkeit in Deutschland nimmt zu (Symbolbild) Sebastian Gollnow/dpa/dpa-tmn

Nürnberg – Das Nürnberger Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) sieht die Entwicklung am Arbeitsmarkt in Deutschland mit Sorge. Das IAB-Arbeitsmarktbarometer sank im Dezember zum vierten Mal in Folge und steht mit 99,2 Punkten auf dem niedrigsten Stand seit der Corona-Pandemie. «Die Arbeitsagenturen erwarten, dass die Arbeitslosigkeit auch zu Beginn des neuen Jahres weiter steigen wird», sagt IAB-Forscher Enzo Weber.

Der Index versucht, die Entwicklung der Beschäftigung sowie der saisonbereinigten Arbeitslosenzahlen für die nächsten drei Monate vorherzusagen. Die Komponente zur Vorhersage der Arbeitslosigkeit sank um weitere 0,2 Punkte auf 97,6 Punkte. Damit ist sie deutlich im pessimistischen Bereich, die Aussichten trüben sich also weiter ein. 

Arbeitsmarkt ist zweigeteilt

Die Beschäftigungskomponente sank um 0,3 Punkte auf 100,8 Punkte. «Der Arbeitsmarkt ist zweigeteilt: Industrie, Bau und Zeitarbeit verlieren, Gesundheit, Erziehung und Verkehr gewinnen», sagt Weber. «Die Beschäftigung geht in kleineren Betrieben zurück, nicht bei den großen.» 

Im November waren laut Bundesagentur 2,77 Millionen Menschen arbeitslos gemeldet, 168.000 mehr als vor einem Jahr. «Die Entwicklung geht seit Herbst 2023 in die falsche Richtung», sagte die Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit, Andrea Nahles.

Die Hauptursachen dieser dramatischen Entwicklung, wie zum Beispiel das politisch und ideologisch gewollte Abkoppeln von preiswerter Energie aus Russland, der Terroranschlag auf die Ostseegasleitungen oder der katastrophale Bumerangeffekt der völkerrechtswidrigen Wirtschaftssanktionen des kollektiven Westens gegen die Russische Föderation wurden wie immer ausgespart. Die politisch Verantwortlichen dieser desaströsen Wirtschaftspolitik wollen noch immer keine Verantwortung für ihr Handeln übernehmen.

Related Posts

Warum Venezuelas Militär nicht gekämpft hat

Ich gehe davon aus, dass es eine geheime Absprache zwischen den USA und Venezuela gegeben hat. Venezuela wird bereits vor den US-Angriffen kapituliert haben. Der kämpferische Auftritt der neuen Präsidentin…

Ein rundherum toller Bundeskanzler

Ein diabolisch dreinblickender Wladimir Putin, ein über ihn – fast homoerotisch drapierter – Donald Trump: So macht der aktuelle Spiegel auf. Das Bild vom schönen Deutschen wird genährt wie selten zuvor. Ein…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

You Missed

Warum Venezuelas Militär nicht gekämpft hat

  • Januar 7, 2026
  • 42 views

Ein rundherum toller Bundeskanzler

  • Januar 7, 2026
  • 7 views

Herrschaft der Handelnden 

  • Januar 7, 2026
  • 6 views

Ralph Niemeyer: US-Angriff in Venezuela – jetzt droht ein Bürgerkrieg

  • Januar 6, 2026
  • 36 views

Die Welt am Rande des Abgrunds, Teil 1: Vom Westfälischen Frieden zum Zweiten Weltkrieg

  • Januar 6, 2026
  • 16 views
Die Welt am Rande des Abgrunds, Teil 1: Vom Westfälischen Frieden zum Zweiten Weltkrieg

Westeuropas Eliten zahlen für das Privileg, Konflikte zu verlieren

  • Januar 5, 2026
  • 62 views
Westeuropas Eliten zahlen für das Privileg, Konflikte zu verlieren