42-stündige Fahrten in Ukraine-Kapitale in Nacht auf Karfreitag komplett voll. Krieg, Panik? Nicht wirklich.
Ein Beitrag von Lukas Hässig

Die grünen Flix-Busse erleben einen Oster-Run der Spezialsorte.
Die Verbindung Zürich-Kiew geht durch die Decke. Alle Busse, die heute früh ab 1 Uhr 45 vom grossen Parkplatz beim Sihlquai hinter dem Hauptbahnhof abfuhren, waren voll.
Sie hätten mehrfach gefüllt werden können. „Ausgebucht“, leuchtete bei diversen Verbindungen in der App der Reisenden auf.
Kaum Klick, schon voll. Kein Platz mehr in Ihrem Bus.
Dabei ist der Weg eine Tortour. Bis zu 42 Stunden dauert die Fahrt von Zwingli-Town in die Hauptstadt der östlichen Riesenlandes.
Dort häufen sich immer wieder Angriffe der Russen, Drohnen aus dem Arsenal der Putin-Armee prasseln auf die Kiewer Bevölkerung nieder.
Der Strom fällt aus, die Angst geht um.
Stellt man sich vor.
Tatsächlich hält das viele in die Schweiz geflüchtete Ukrainer nicht vor einem Besuch ihrer Heimat für die Oster- und Frühlingstage ab.
Sie buchen wie wild, um günstig nach Hause zu gelangen. Danach werden sie ebenso lange auf den Flixbus-Plätzen für die Rückkehr in die Alpenrepublik ausharren.

Es sei denn, sie würden in der Ukraine bleiben.
Die wenigsten dürften das beabsichtigen. Umso mehr rückt das Thema definitive Rückkehr in die Ukraine in der Schweizer Politik nach oben.
Der Bundesrat wollte die Ukrainer in einem ersten Schritt zum Arbeiten in ihrem Gastland bewegen. Die angestrebte Quote wurde nie erreicht.
Jetzt stottert auch noch die Wirtschaft – die Jobs werden rarer, die Firmen verschieben die Stellen lieber gleich nach Warschau und Hyderabad.
70’000 Ukrainer haben den Status „S“ erhalten. Seit Herbst gibts diesen nicht mehr automatisch. Die Behörden haben seither gut 100 Geflüchtete nicht reingelassen.
Im Westen des Landes sei es nicht mehr gefährlich für sie, so Bern. Die wenigen Abgewiesen kontrastieren mit den vielen, die längst gekommen sind.
2027 sollen 30’000 mit „S“-Status neu die „B“-Aufenthalts-Bewilligung erhalten. Ab dann haben sie Anrecht auf Sozialhilfe.
Auf die Gemeinden und Kantone kämen 300 Millionen Mehrkosten zu, so der Tages-Anzeiger diese Woche. Im Minimum
Kiew liegt im Zentrum der Ukraine, Hunderte Kilometer entfernt von der Front in den Osten-Republiken.
Der Flixbus-Oster-Run zeigt, dass Unzählige die Kriegs-Risiken für die bevölkerungsreiche Hauptstadt-Region als tragbar einschätzen.
Quelle: https://insideparadeplatz.ch/2026/04/03/flix-bus-zuerich-kiew-komplett-ausgebucht/
Lukas Hässig ist Autor von Inside Paradeplatz.ch
Disclaimer: Berlin 24/7 bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Gastbeiträge und Meinungsartikel müssen nicht die Sichtweise der Redaktion Berlin 24/7 widerspiegeln. Wir bemühen uns, unterschiedliche Sichtweisen von verschiedenen Autoren – auch zu den gleichen oder ähnlichen Themen – abzubilden, um weitere Betrachtungsweisen darzustellen oder zu eröffnen.






