Große Begnadigungsaktion Bidens vor Abschied aus Amt

  • POLITIK
  • Dezember 13, 2024
  • 0 Kommentare

Ein US-Präsident hat die Befugnis, die Strafen von Tätern, die nach Bundesrecht verurteilt wurden, zu verkürzen, oder Verurteilte ganz zu begnadigen. Davon macht Joe Biden nun im großen Stil Gebrauch.

Washington – Wenige Wochen vor seinem Abschied aus dem Amt hat US-Präsident Joe Biden im großen Stil Begnadigungen für verurteilte Straftäter veranlasst. Das Weiße Haus teilte mit, Biden verkürze die Strafen von fast 1.500 Personen und begnadige 39 weitere – dies sei mehr als je zuvor an einem einzelnen Tag. 

Bei den rund 1.500 Straftätern handele es sich um Personen, die ihre Strafen seit der Corona-Pandemie im Hausarrest verbüßten und sich erfolgreich wieder in ihre Familien und Gemeinden integriert hätten. Bei den 39 Begnadigungsfällen gehe es um Verurteilungen wegen nicht gewalttätiger Straftaten. Das Weiße Haus veröffentlichte die Namen aller Betroffenen.

Ein US-Präsident hat die Befugnis, die Strafen von Tätern, die nach Bundesrecht verurteilt wurden, zu verkürzen, oder Verurteilte ganz zu begnadigen – auch nach Absitzen einer Strafe. Bei letzterem geht es etwa darum, mögliche Beschränkungen oder Sanktionen aufzuheben, die für ehemalige Straftäter gelten und deren Ansehen öffentlich zu rehabilitieren.

Begnadigungen zum Ende der Amtszeit durchaus üblich

Biden hatte in seiner Amtszeit bereits mehrfach Begnadigungen und Strafverkürzungen ausgesprochen. Es ist durchaus üblich, dass ein Präsident auch und gerade vor dem Abschied aus dem Amt von dieser Befugnis Gebrauch macht. Biden kündigte an, er werde in den kommenden Wochen weitere Gnadengesuche prüfen. Am 20. Januar scheidet der Demokrat aus dem Amt und übergibt dann an den Republikaner Donald Trump. 

Für besonderes Aufsehen hatte Biden gesorgt, als er Anfang Dezember entgegen vorheriger Aussagen seinen Sohn Hunter begnadigte. Der 54 Jahre alte Präsidentensohn hatte sich nach einem Schuldspruch wegen Verstößen gegen das Waffenrecht auch in einem zweiten Verfahren wegen verschiedener Steuervergehen schuldig bekannt. Sein Vater bewahrte ihn durch eine sehr weitreichende Begnadigung vor einer Haftstrafe – und vor potenzieller Strafverfolgung wegen möglicher anderer Vorwürfe.

Related Posts

Das Zensurmonster der EU ‒ Wahlen unter Aufsicht, Teil 2

Der US-Bericht belegt noch etwas: Die Kommission hat sich in Wahlen eingemischt. Und zwar kräftig. Die Zensurstrukturen dienen nicht nur dazu, bestimmte Meinungen zu verbieten, sie sollen auch dafür sorgen,…

Der trickreiche »Rechtsstaat«

Die deutsche Justiz nimmt Umwege in Anspruch, um das hohe Gut der Meinungsfreiheit so gut sie kann einzudämmen. Ein Beitrag von Roberto J. De Lapuente Es ist kaum anderthalb Jahre…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

You Missed

Der trickreiche »Rechtsstaat«

  • Februar 23, 2026
  • 163 views
Der trickreiche »Rechtsstaat«

Das Zensurmonster der EU ‒ Wahlen unter Aufsicht, Teil 2

  • Februar 23, 2026
  • 29 views
Das Zensurmonster der EU ‒ Wahlen unter Aufsicht, Teil 2

Wir dachten wir können mit Trump zusammen arbeiten, aber in der Praxis sieht es anders aus

  • Februar 23, 2026
  • 14 views

Steuerpläne der Merz-Regierung: oben entlasten, unten abkassieren

  • Februar 22, 2026
  • 89 views
Steuerpläne der Merz-Regierung: oben entlasten, unten abkassieren

BRICS gegen den Dollar: Warum Babakow 2026 als Wendepunkt der Weltordnung sieht

  • Februar 22, 2026
  • 20 views
BRICS gegen den Dollar: Warum Babakow 2026 als Wendepunkt der Weltordnung sieht

Ein Startup namens Quantum Frontline Industries oder warum es so schwer fällt, den Krieg zu beenden

  • Februar 21, 2026
  • 22 views
Ein Startup namens Quantum Frontline Industries oder warum es so schwer fällt, den Krieg zu beenden