Herzog: Israel hält humanitäres Völkerrecht in Gaza ein

  • POLITIK
  • Mai 12, 2025
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Deutschland und Israel feiern in diesen Tagen 60 Jahre diplomatische Beziehungen. Dazu kommt Israels Präsident Herzog jetzt nach Berlin. Kritische Fragen bekam er schon am Vorabend gestellt.

Israels Präsident Herzog zieht aus diplomatischen Beziehungen zu Deutschland Parallelen zu Nahost. Peter Klaunzer/Keystone/dpa

Berlin – Vor seinem Besuch in Berlin an diesem Montag hat Israels Präsident Izchak Herzog die Kriegsführung seines Landes im Gazastreifen verteidigt. «Wir schauen immer auf die Schmerzen von Menschen in Konflikten und wir befolgen das humanitäre Völkerrecht», sagte er im ZDF-«heute journal». 

«Mir ist bewusst, dass es Leid gibt in Gaza», räumte Herzog ein. «Aber wir müssen auch verstehen, wem wir gegenüberstehen. Das ist eine Infrastruktur des Terrors. Und die wird gesteuert von Hamas in den Häusern, in den Wohnzimmern, in den Schlafzimmern. Da gibt es Munition, da gibt es Raketen.» Man habe es mit einem dschihadistischen, bösen Feind zu tun, der kein Interesse an der Bevölkerung in Gaza habe. 

Herzog erklärte, Israel unternehme alles, um dafür zu sorgen, dass humanitäre Hilfe nach Gaza komme. Hilfsorganisationen berichten allerdings, dass Israel seit mehr als zwei Monaten keine Nahrungsmittel und Hilfsgüter mehr in den Gazastreifen lasse. Das seien «teilweise falsche Informationen», sagte Herzog. «Da geht es um psychologische Kriegsführung durch die Hamas.» Wenn die Hamas die israelischen Geiseln freilasse, werde sich auch die Realität im Gazastreifen verändern.

Deutschland und Israel feiern 60 Jahre Beziehungen 

Anlass des Besuches von Herzog ist die Aufnahme diplomatischer Beziehungen vor genau 60 Jahren. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wird seinen Gast, mit dem er befreundet ist, am Vormittag mit militärischen Ehren im Schloss Bellevue empfangen. Herzog wird in Berlin auch mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) zusammentreffen. Den Dienstag und Mittwoch werden die Präsidenten dann gemeinsam in Israel verbringen.

Im Interview mit der «Welt» machte Herzog deutlich, dass er aus der Aufnahme diplomatischer Beziehungen mit Deutschland vor 60 Jahren auch Hoffnung für einen Frieden in Nahost heute schöpft: «Wenn nach der dunkelsten Zeit der Geschichte, nach den schlimmsten Gräueltaten der Nazis an den Juden im Zweiten Weltkrieg heute 60 Jahre diplomatische Beziehungen mit Deutschland gefeiert werden können, dann gibt mir das Hoffnung, dass wir vom Frieden mit den Palästinensern träumen können.»

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