Jeder Dritte beklagt schlechte Anbindung mit Bus und Bahn, Fußgänger haben gar keine Lobby. Mehr Investitionen in die Infrastruktur dringend notwendig.

  • POLITIK
  • November 26, 2024
  • 0 Kommentare

Die Anbindung im öffentlichen Nahverkehr wird aus Sicht vieler Bürger nicht besser, wie eine Studie zeigt. Beim Radfahren lässt für viele die Sicherheit zu wünschen übrig. Fußgänger beklagen zunehmende Gefahr auf Bürgersteigen. Setzt der Bund in der Verkehrspolitik falsche Schwerpunkte?

shutterstock/Lutsenko_Oleksandr

Jeder dritte Bürger in Deutschland ist einer Studie zufolge unzufrieden mit dem Angebot im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) am eigenen Wohnort. 33 Prozent der Befragten verneinten die Frage, ob sie sich an ihrem Wohnort mit Bus und Bahn gut angebunden fühlen, wie aus dem Mobilitätsbarometer des Meinungsforschungsinstituts Kantar hervorgeht. 

Bei der repräsentativen Erhebung im Auftrag der Interessenverbände Allianz pro Schiene, BUND und Deutscher Verkehrssicherheitsrat wurden im September und Oktober 2024 mehr als 2.000 Menschen ab 14 Jahren telefonisch und online befragt. 

Eine Mehrheit gab zudem an, dass ihre ÖPNV-Anbindung sich in den vergangenen Jahren nicht verbessert habe. Auf die Frage, ob sich die Anzahl der Abfahrten an der nächstgelegenen Haltestelle in den vergangenen fünf Jahren verbessert oder verschlechtert habe, antworteten 15 Prozent, dass sie sich verschlechtert habe. 68 Prozent sehen keine Veränderung. 17 Prozent sprachen von einer Verbesserung. 

Die Entfernung zur nächstgelegenen Haltestelle ist für die meisten dagegen nicht das Problem. Fast neun von zehn Personen (89 Prozent) sind damit zufrieden.

Sichere Radwege sind aus Sicht vieler Radler Mangelware

Die Teilnehmer wurden zudem gefragt, ob sie sich im Rad- und Fußverkehr sicher fühlen. Dabei gab nicht einmal jeder Zweite (44 Prozent) an, dass ihm ausreichend sichere Radwege zur Verfügung stehen. Mehr als jeder vierte Radfahrer (27 Prozent) sieht in diesem Bereich Rückschritte und fühlt sich unsicherer als vor fünf Jahren.

Fast die Hälfte (48 Prozent) sieht keine Veränderung, wohingegen sich jeder Vierte sicherer fühlt (25 Prozent). Zu Fuß fühlt sich fast jeder Vierte (23 Prozent) unsicherer, 62 Prozent sehen keine Veränderung und 15 Prozent fühlen sich sicherer als vor fünf Jahren.

Fußgänger beklagen zunehmende Gefahren auf Gehwegen

Die drei Verbände nehmen die Erkenntnisse zum Anlass, «einen Paradigmenwechsel in der Verkehrspolitik» zu fordern. «In Wahlkampf und Koalitionsvertrag wird vermutlich wieder viel vom Auto die Rede sein. Dabei zeigt unsere Befragung: Die Menschen wollen mehr öffentlichen Personennahverkehr, sie wollen sichere Radwege, und sie wollen bedenkenlos zu Fuß unterwegs sein», sagte Tina Löffelsend vom BUND.

Related Posts

Steinmeier will „europäische Sicherheit gegen Russland“ – Nichts anderes trieb er all diese Jahre

Steinmeiers jüngste Rede macht vor allem durch seine Aussagen zum Iran-Krieg Schlagzeilen. Hinter der hellen Aufregung darüber geht unter, dass der Bundespräsident Deutschland und seine Diplomaten in derselben Rede auf…

Der Welt droht die größte Atomkatastrophe der Neuzeit

Ein möglicher Angriff auf das iranische Kernkraftwerk Buschehr birgt nicht nur wirtschaftliche, sondern auch ökologische und humanitäre Katastrophengefahren – und dabei geht es nicht nur um Iran. Dutzende Länder der…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

You Missed

Kultur von unten

  • März 31, 2026
  • 31 views
Kultur von unten

Patrik Baab und Wilhelm Domke-Schulz über das Kungeln der ukrainischen Oligarchen mit dem Faschismus

  • März 31, 2026
  • 14 views

Steinmeier will „europäische Sicherheit gegen Russland“ – Nichts anderes trieb er all diese Jahre

  • März 31, 2026
  • 24 views
Steinmeier will „europäische Sicherheit gegen Russland“ – Nichts anderes trieb er all diese Jahre

Der Welt droht die größte Atomkatastrophe der Neuzeit

  • März 31, 2026
  • 14 views
Der Welt droht die größte Atomkatastrophe der Neuzeit

Das Trauma als politisches Ritual

  • März 30, 2026
  • 282 views
Das Trauma als politisches Ritual

Britisches Empire – Krieg gegen Iran versetzt den Resten den Todesstoß

  • März 30, 2026
  • 16 views
Britisches Empire – Krieg gegen Iran versetzt den Resten den Todesstoß