Keine Bundestag-Debatte zur Stationierung weitreichender US-Waffen in Deutschland

  • POLITIK
  • August 2, 2024
  • 0 Kommentare

An einer Entscheidung zur Stationierung weitreichender US-Waffensysteme in Deutschland muss das Parlament nicht beteiligt werden. In einer aktuellen Kurzinformation führte der Wissenschaftliche Dienst des Bundestages aus, dass sich die für das Jahr 2026 geplante Stationierung „im Rahmen des Nato-Bündnissystems abspielen“ dürfe. 

shutterstock/Jürgen Nowak

Die Rechtsgrundlagen aufgrund derer die Bundesregierung ohne weitere Einbindung der legislativen Gewalt eine Zustimmung erteilen könnte, dürften demnach der Nato-Vertrag sowie der Aufenthaltsvertrag, der die Rechtsstellung ausländischer Streitkräfte in Deutschland regelt, in Verbindung mit den dazugehörigen Zustimmungsgesetzen sein.

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hatte Befürchtungen zurückgewiesen, die geplante Stationierung könnte zu einer Eskalation mit Russland führen. Er betonte, die Waffen dienten der Abschreckung. 

Mehrere SPD-Politiker hatten diesbezüglich Bedenken geäußert. Nach Ansicht des früheren SPD-Vorsitzenden Norbert Walter-Borjans müsse im Bundestag über eine solche Entscheidung gesprochen werden. Auch Unionsfraktionsvize Johann Wadephul hatte die Stationierung zwar begrüßt, aber zugleich eine Debatte im Bundestag dazu gefordert. 

Die fraktionslose Abgeordnete Joana Cotar hatte den Wissenschaftlichen Dienst um eine rechtliche Einschätzung zur Frage einer Befassung des Bundestages gebeten. Sie sagte, im Umgang mit Russland, insbesondere mit Präsident Wladimir Putin, seien eine „klare politische Haltung“ und „Zeichen der Stärke“ notwendig. Das setzten Deutschland und die USA mit dieser Entscheidung nun um. Cotar hatte ihren Austritt aus der AfD 2022 unter anderem mit einer „Anbiederung“ der Partei an Russland, China und den Iran begründet. 

(red/dpa)

  • Related Posts

    Strategische Kette – von der Transformation über Omniwar zu T2COM – Teil 3

    Nach über 50 Jahren wurde am 2. Oktober 2025 der US-Befehlsbereich „Training and Doctrine Command“ (TRADOC) mit dem „Army Futures Command“ (AFC) unter einem einheitlichen Kommando zusammenführt, dem neuen Befehlsbereich „United…

    Siegermentalität: Ungeliebtes DDR-Erbe soll weg

    Am Donnerstag vorletzter Woche hat das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg in einer knappen Pressemitteilung den sofortigen Stopp der Abrissarbeiten auf dem Gelände des Sport- und Erholungszentrums (SEZ) vermeldet. Damit folgt das Bezirksamt…

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

    You Missed

    Strategische Kette – von der Transformation über Omniwar zu T2COM – Teil 3

    • März 5, 2026
    • 75 views
    Strategische Kette – von der Transformation über Omniwar zu T2COM – Teil 3

    Siegermentalität: Ungeliebtes DDR-Erbe soll weg

    • März 5, 2026
    • 4 views
    Siegermentalität: Ungeliebtes DDR-Erbe soll weg

    Das Richtige und das Falsche in einer Demokratie

    • März 5, 2026
    • 10 views
    Das Richtige und das Falsche in einer Demokratie

    Grönland in der EU – ein neuer Baerbock und ein Vorschlag von Sacharowa

    • März 4, 2026
    • 17 views
    Grönland in der EU – ein neuer Baerbock und ein Vorschlag von Sacharowa

    Strategische Kette – von der Transformation über Omniwar zu T2COM – Teil 2

    • März 4, 2026
    • 12 views
    Strategische Kette – von der Transformation über Omniwar zu T2COM – Teil 2

    Wie Chongqing China entlang der neuen Seidenstraßen antreibt

    • März 4, 2026
    • 14 views
    Wie Chongqing China entlang der neuen Seidenstraßen antreibt