Ungeeignete Kampffahrzeuge zum überhöhten Preis an Ukraine geliefert – „Bild-Zeitung“

  • POLITIK
  • Februar 18, 2024
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Das Bundesverteidigungsministerium hat der Ukraine gepanzerte Fahrzeuge geliefert, die für Kampfeinsätze absolut nicht geeignet sind und dabei zu überhöhten Preisen gekauft wurden.

shutterstock/VItalii Stock

Wie die „Bild-Zeitung“ schreibt, habe das Verteidigungsministerium dem Blatt im Juni 2023 bestätigt, Deutschland werde 66 „geschützte Infanteriegefechtsfahrzeuge“ in die Ukraine liefern.  Das Ministerium entschied sich für Fahrzeuge des Typs APC (Armoured Personnel Carrier) der Firma FFG.

Nach dem jetzigen Stand habe die Ukraine laut einer Liste, die auf der Website der Regierung der Bundesrepublik Deutschland veröffentlicht wurde, 48 solcher gepanzerten Fahrzeuge erhalten.

Nach Recherchen der Zeitung seien die Fahrzeuge „für einen Fronteinsatz in der Ukraine oder gar eine Nutzung im ‚Gefecht‘, wie es der vom BMVg genutzte Name ‚Infanteriegefechtsfahrzeug‘ nahelegt, ungeeignet“, und zwar wegen ihrer viel zu schwachen Panzerung.

Anders als bei „Infanteriegefechtsfahrzeugen“ oder in Diensten der Bundeswehr üblich, verfügen die an die Ukraine gelieferten Fahrzeuge über keinen Minen- und Fragmentschutz gegen Artillerie-, Raketen- und Mörserbeschuss.

Wie ein Sprecher des Verteidigungsministeriums gegenüber der Zeitung bestätigte, würden die Fahrzeuge „in einen von Sprengwaffen dominierten Krieg lediglich mit einem „Schutz gegen Handwaffen“ (Schutzklasse B6, vergleichbar STANAG Level II), geliefert“.

Aus dem Verteidigungsministerium hieß es zwar, „ein erhöhter Schutz gegen Minen wurde zum damaligen Zeitpunkt nicht durch die Ukraine gefordert“. Ein hochrangiger ukrainischer Beamter, der anonym bleiben wollte, widersprach allerdings dieser Behauptung:

 „Natürlich hätten wir gerne gegen Minen geschützte Fahrzeuge erhalten“, wird dieser von der „Bild-Zeitung“ zitiert. „Die standen seitens der Deutschen aber nicht zur Auswahl“, so der Beamte. Man habe sich darum mit der leicht gepanzerten Variante zufriedengegeben. „Für Aufgaben, fernab der Front“, so der Offizielle. Das Angebot von FFG sei als „Alternative zum Rheinmetall-‚Fuchs‘ kommuniziert“ worden. „Natürlich gingen wir davon aus, dass das Angebot wie der Fuchs mit Minenschutz kommt.“

Nach Angaben der Zeitung sollte ein Stückpreis für das Fahrzeug dieses Typs zwischen 185.00 und 208.000 Euro liegen. Das Bundesverteidigungsministerium soll dabei einen „Stückpreis von 600 000 Euro pro Fahrzeug“ an FGG gezahlt haben.

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