Wann ist eine Frau eine Frau? Anhörung vor dem oberstem Gericht in Großbritannien

  • POLITIK
  • November 27, 2024
  • 0 Kommentare

Wer sich «Frau» nennen darf, wird in Großbritannien seit einiger Zeit emotional debattiert. Promis wie Autorin J.K. Rowling mischen sich ein. Nun rückt eine weitreichende Entscheidung näher.

(Archivbild) Vuk Valcic/ZUMA Press Wire/dpa

London – Wann ist eine Frau eine Frau? Mit dieser Frage beschäftigt sich das oberste britische Gericht in London. Eine Entscheidung könnte nach Ansicht von Kommentatoren weitreichende Auswirkungen auf Politik und Gesellschaft haben.

Im Kern geht es grundsätzlich darum, ob nur Menschen als Frauen gelten, wenn sie mit weiblichen Geschlechtsmerkmalen geboren wurden, oder auch diejenigen Personen, deren Geschlecht mit einem sogenannten Gender Recognition Certificate (GRC) als weiblich anerkannt wird. Dabei handelt es sich um eine offizielle Anerkennung der eigenen geschlechtlichen Identität. 

Zwei geltende Gesetze – der Gender Recognition Act von 2004 und der Equality Act von 2010 – bieten nach Ansicht von Kritikern keine eindeutige Auslegung. Die Entscheidung des Supreme Court, für die noch kein Zeitpunkt feststeht, soll darlegen, wie transsexuelle Menschen gesetzlich behandelt werden sollen und was es wirklich bedeutet, den Prozess einer Geschlechtsanerkennung zu durchlaufen. 

Das Urteil könnte unter anderem Auswirkungen auf Unisex-Räume, Frauenclubs oder Sportvereine haben sowie auf Maßnahmen gegen Diskriminierung, schrieb die BBC.

Konkret verhandelt der Supreme Court noch bis zu diesem Mittwoch eine Klage der Initiative For Women Scotland. Diese zielt auf die Definition von «Frauen» in der schottischen Gesetzgebung, die einen Frauenanteil von 50 Prozent in öffentlichen Gremien vorschreibt. Das höchste schottische Zivilgericht hatte 2023 entschieden, dass eine Person mit einem entsprechenden GRC zu Recht als Frau behandelt wird.

Emotionale Debatte um Genderfragen

Vor allem Konservative führen seit einiger Zeit eine emotionale Debatte um Genderfragen in Großbritannien. Sie fordern, dass nur «biologische» Frauen als Frauen anerkannt werden. Es sei zu einfach für Männer, sich als Frauen auszugeben und Verbrechen zu begehen, argumentieren sie. Zu den prominentesten Unterstützerinnen dieser Sicht gehört die «Harry Potter»-Autorin J.K. Rowling.

Als transgeschlechtlich werden Personen bezeichnet, die sich dem Geschlecht, das ihnen bei Geburt zugeschrieben wurde, nicht zugehörig fühlen. In Großbritannien identifizieren sich ungefähr 0,5 Prozent der erwachsenen Bevölkerung als transsexuell.

Related Posts

Kanonenboot-Politik in der Karibik – Piraterie, Militärschlag, Präsidentenentführung  

Der Militärschlag auf Venezuela fand in den frühen Morgenstunden des 3. Januar 2026 statt – zum sechsten Jahrestag der Ermordung von Qasem Soleimani, dem Kommandeur des Korps der Islamischen Revolutionsgarden,…

Alles gegen rechts!

Lesen Sie diesen Artikel gegen rechts. Kommentieren Sie gegen rechts – vielleicht sogar noch vor Ihrem Frühstück gegen rechts. Ein Beitrag von Roberto J. De Lapuente Eisbaden gegen rechts: Gibt…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

You Missed

Wie politische Analysen zum Ziel von KI-Fälschungen wurden

  • Januar 18, 2026
  • 10 views
Wie politische Analysen zum Ziel von KI-Fälschungen wurden

Kanonenboot-Politik in der Karibik – Piraterie, Militärschlag, Präsidentenentführung  

  • Januar 17, 2026
  • 42 views
Kanonenboot-Politik in der Karibik – Piraterie, Militärschlag, Präsidentenentführung  

Alles gegen rechts!

  • Januar 16, 2026
  • 9 views

Das war ein super gutes Jahr 2025!

  • Januar 15, 2026
  • 11 views

70 Jahre NATO-Mitgliedschaft der BRD: immer eine Geschichte des Verrats

  • Januar 15, 2026
  • 19 views
70 Jahre NATO-Mitgliedschaft der BRD: immer eine Geschichte des Verrats

Härter arbeiten!

  • Januar 14, 2026
  • 42 views