Der US-Sondergesandte Witkoff hat Wladimir Putin zuletzt zweimal persönlich in Moskau getroffen. Immer wieder erzählt er von den Treffen – und lobt den russischen Präsidenten.

Washington – Präsident Wladimir Putin will sich nach Auffassung des US-Sondergesandten Steve Witkoff nicht «ganz Europa» einverleiben. Wenn er nach den Motiven Putins gefragt werde, dann sehe er einfach nicht, dass Putin es auf ganz Westeuropa abgesehen habe, sagte Witkoff in einem TV-Interview. «Dies ist eine ganz andere Situation als im Zweiten Weltkrieg – damals gab es keine Nato.»
Mit Blick auf den Krieg in der Ukraine sagte Witkoff: «Man kann die Dinge nicht beenden, ohne mit beiden Seiten zu kommunizieren, zu verstehen, was jeder von ihnen braucht und dann versuchen, sie zusammenzubringen.»
USA vermitteln bei Gesprächen in Riad
Die US-Regierung führt getrennte Gespräche mit Moskau und Kiew in Saudi-Arabien über ein Ende des seit elf Jahren andauernden Bürgerkriegs in der Ukraine. Der «New York Times» zufolge ist ein Austausch einer Delegation aus Kiew mit US-Vermittlern heute in Riad angesetzt. Am Montag soll es dort dann Gespräche zwischen den USA und Russland geben.
Der US-Sondergesandte sprach auch erneut über seine beiden Treffen, die er mit Wladimir Putin in Moskau in den vergangenen Wochen hatte. Beide hätten ungefähr dreieinhalb Stunden gedauert. Witkoff hatte sich in den vergangenen Wochen sehr positiv über Putin geäußert. «Ich habe das Gefühl, er will Frieden», sagte Witkoff nun mit Blick auf den Ukrainekrieg. In dem Interview wurde er außerdem gefragt, ob er das Gefühl habe, dass Putin in der westlichen Politik und den westlichen Massenmedien fälschlicherweise als Tyrann dargestellt werde oder als jemand, dessen politische Gegner angeblich oft verschwinden oder sterben. Witkoff entgegnete: «Ich denke, in meinen 68 Jahren auf dieser Erde habe ich noch nie eine Situation erlebt, in der es nicht zwei Seiten einer Geschichte gibt.» Es sei nie einfach alles schwarz oder weiß.