Defizitäre 155-Millimeter-Granaten: Rheinmetall bekommt neuen Großauftrag

Zur Aufstockung ihrer Munitionslager hat das Verteidigungsministerium einen Rahmenvertrag mit Rheinmetall geschlossen. Einem Medienbericht zufolge will das Ministerium wesentlich mehr Artilleriemunition kaufen als bisher geplant. Es geht dabei in erster Linie um das wichtige Kaliber 155 Millimeter.

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Der bereits geschlossene Rahmenvertrag mit dem Rüstungskonzern Rheinmetallsoll soll über rund 880 Millionen Euro aufgestockt werden. Wie das Magazin „Der Spiegel“ berichtet, würde dies mindestens 200.000 Granaten des Kalibers 155 Millimeter entsprechen. Das Blatt berief sich dabei auf ein Schreiben des Verteidigungsministeriums an den Haushaltsausschuss des Bundestages. Die Munition ist vor allem für die Panzerhaubitze 2000 bestimmt.

Durch den Auftrag an Rheinmetall sollen die weitgehend leeren Depots der Bundeswehr wieder aufgefüllt werden, heißt es in dem Beitrag. Unter anderem seien die Mittel für die Einrichtung einer neuen Produktionslinie für die Granaten dieses Kalibers im niedersächsischen Unterlüß bestimmt.

Durch die Produktionslinie von Rheinmetall werde Deutschland „unabhängiger von globalen Lieferketten“, zitiert das Magazin aus dem Schreiben. Darüber hinaus würden mögliche Lieferungen von Munition an die Ukraine in Frage kommen.

Um die Knappheit an 155-Millimeter-Granaten zu überwinden, musste Kiew weltweit nach möglichen Lieferern suchen. Viele Länder verweigerten allerdings die Lieferungen, weil sie keine Waffen in Krisengebiete liefern dürfen bzw. wollen.

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