„Das bleibt so“: Scholz gegen Lieferung weitreichender Waffen an Ukraine

  • POLITIK
  • September 15, 2024
  • 0 Kommentare

Bundeskanzler Olaf Scholz hat die Lieferung weitreichender Präzisionswaffen an die Ukraine auch für die Zukunft und unabhängig von Entscheidungen der Bündnispartner ausgeschlossen. Bei einem Bürgerdialog im brandenburgischen Prenzlau bekräftigte er am Samstag sein Nein zur Lieferung der Marschflugkörper Taurus mit einer Reichweite von der Ukraine bis nach Moskau (etwa 500 Kilometer) mit der Begründung, dass das „eine große Eskalationsgefahr“ mit sich bringen würde.

shutterstock/Juergen Nowak

„Da habe ich Nein gesagt. Und das gilt natürlich auch für andere Waffen, wenn wir sie geliefert hätten, die in dieser weiten Distanz dort hineinschießen könnten“, sagte Scholz. „Das bleibt so. (…) Auch wenn andere Länder anders entscheiden.“

Die weitreichendste von Deutschland gelieferte Waffe ist der Raketenwerfer Mars II, der Ziele in 84 Kilometern Entfernung treffen kann.

Für ein begrenztes Gebiet rund um Charkiw hat die Bundesregierung den Einsatz dieser Waffe oder auch der Panzerhaubitze 2000 mit einer Reichweite von 56 Kilometern auch gegen Ziele auf russischem Boden erlaubt.

Die USA, Großbritannien und Frankreich haben Marschflugkörper mit Reichweiten bis zu 300 Kilometern geliefert. Derzeit ist eine Diskussion im Gange, ob der Einsatz dieser Waffen gegen Ziele auf russischem Territorium grundsätzlich erlaubt werden soll. US-Präsident Joe Biden und der britische Premierminister Keir Starmer trafen am Freitag bei einem Treffen in Washington aber noch keine Entscheidung darüber.

Der russische Präsident Wladimir Putin hat erklärt, dass er den Einsatz weitreichender westlicher Präzisionswaffen gegen Ziele tief auf russischem Territorium als Kriegsbeteiligung der Nato werten würde. „Das wird bedeuten, dass die Länder der Nato, die USA, die europäischen Länder mit Russland kämpfen.“ Der russische UN-Botschafter Wassili Nebensja verwies im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen sogar auf Russlands Atomwaffen.

(red/dpa)

  • Related Posts

    Wer Eliten kritisiert ist ein rechter Verschwörungstheoretiker?

    Sie zweifeln an den Motiven der politischen Eliten? Dann sagen Sie es nicht zu laut, denn dergleichen wird als (rechte) Verschwörungstheorie gehandelt. Dabei weist alles darauf hin, dass diese Eliten…

    Merz und die tiefste Barbarei

    Schon interessant, wie Friedrich Merz versucht, sich gebildet zu geben, während er die gröbste russenfeindliche Keule zieht. EIne unappetitliche Mischung, die allerdings auch nicht er erfunden hat. Und Vorurteile altern…

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

    You Missed

    Wer Eliten kritisiert ist ein rechter Verschwörungstheoretiker?

    • Februar 27, 2026
    • 20 views
    Wer Eliten kritisiert ist ein rechter Verschwörungstheoretiker?

    Merz und die tiefste Barbarei

    • Februar 27, 2026
    • 6 views
    Merz und die tiefste Barbarei

    Russland muss zu begrenzten nuklearen Schlägen gegen den Westen bereit sein – Teil 3

    • Februar 27, 2026
    • 19 views
    Russland muss zu begrenzten nuklearen Schlägen gegen den Westen bereit sein – Teil 3

    Iran zwingt US-Marine zum Rückzug, Trump unter Schock, als Russland und BRICS eingreifen

    • Februar 26, 2026
    • 11 views
    Iran zwingt US-Marine zum Rückzug, Trump unter Schock, als Russland und BRICS eingreifen

    Russland muss zu begrenzten nuklearen Schlägen gegen den Westen bereit sein – Teil 2

    • Februar 26, 2026
    • 25 views
    Russland muss zu begrenzten nuklearen Schlägen gegen den Westen bereit sein – Teil 2

    Reagan und Trump: Rollback-Strategien im Kalten Krieg 2.0

    • Februar 26, 2026
    • 28 views
    Reagan und Trump: Rollback-Strategien im Kalten Krieg 2.0