Studie: Deutsch-chinesischer Handel nimmt rapide ab

China könnte Berechnungen wird voraussichtlich noch in diesem Jahr seine Stellung als wichtigster deutscher Handelspartner einbüßen. „Die dominante Stellung Chinas im Außenhandel mit Deutschland bröckelt“, schreibt die bundeseigene deutsche Außenhandelsgesellschaft Germany Trade and Invest (GTAI) in einer am Samstag veröffentlichten Studie. Sowohl die Aus- als auch die Einfuhren verzeichneten demnach im vergangenen Jahr ein deutliches Minus, berichtet dpa unter Berufung auf die Studie.

shutterstock/Bartolomiej Pietrzyk

Der maue deutsch-chinesische Handel rühre vor allem von der schwächelnden Konjunktur Chinas. „Dazu tragen die Immobilienkrise, geopolitische Risiken im Verhältnis zu den USA und schwächelnde Industrieinvestitionen bei“, heißt es darin. Zudem änderten deutsche Unternehmen ihre Strategie auf dem chinesischen Markt. Zum einen versuchen sie laut GTAI in der Beschaffung auf China zu verzichten. Zum anderen rückten immer mehr Firmen ihren Fokus auf den lokalen Markt – frei nach dem Motto: „in China für China“. Beides schwäche den deutsch-chinesischen Handel.

wie aus Hochrechnungen der GTAI hervorgeht, schrumpfte der Gesamtwert der Ein- und Ausfuhren mit China im vergangenen Jahr um 15 Prozent auf 254 Milliarden Euro. Anders sei das mit der US-Wirtschaft. Je nach Berechnung lägen die USA als Handelspartner nur noch ein bis zwei Milliarden Euro hinter China zurück. „Sollten sich diese Trends 2024 fortsetzen, lösen die USA China an der Spitze des Rankings der bedeutendsten Außenhandelspartner Deutschlands ab“, wird in der Studie festgestellt.

Im Vergleich zum Vorjahr schrumpften die Importe aus China den Hochrechnungen zufolge um 19 Prozent. Die Einfuhr chemischer Erzeugnisse brach mit einem Minus von 70 Prozent regelrecht ein. Zudem führte Deutschland deutlich weniger Möbel sowie Textilien, Bekleidung und Schuhe ein. Bergauf ging es zugleich mit den Einfuhren von chinesischen Kraftfahrzeugen samt Ersatzteilen: Sie legten um knapp 36 Prozent zu.

Als Abnahmemarkt blieb China demnach auch im vergangenen Jahr auf Platz vier der deutschen Partner. Dennoch verliere das Land auch in dieser Hinsicht an Bedeutung, so die GTAI. Kräftig nach unten ging es etwa bei der Ausfuhr von Autos, chemischen Erzeugnissen und Arzneimitteln.

  • Related Posts

    Ein Startup namens Quantum Frontline Industries oder warum es so schwer fällt, den Krieg zu beenden

    Wenn man wissen will, was die Politik motiviert, ist es manchmal ganz interessant, sich anzusehen, wohin sich das Geld bewegt. Eine kleine Drohnenproduktion im Alpenvorland, die aktuell als Bilderkulisse diente,…

    Maschinen an die Macht!

    Die neuen Herren dieser Welt erhoffen sich vom ungehemmten Einsatz der Technik eine radikale Umwandlung aller Lebensbereiche. Dieser Ansatz ist nicht ganz neu. Ein Beitrag von Hermann Ploppa Wir sträuben…

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

    You Missed

    USA vs. Iran; ukrainische Offensive gescheitert; Merz fordert Klarnamen im Netz

    • Februar 24, 2026
    • 3 views
    USA vs. Iran; ukrainische Offensive gescheitert; Merz fordert Klarnamen im Netz

    Rubios Münchner Rede – Ein Manifest des Kolonialismus und der Barbarei

    • Februar 24, 2026
    • 6 views
    Rubios Münchner Rede – Ein Manifest des Kolonialismus und der Barbarei

    Der Rückzug der Verantwortung ins Private

    • Februar 24, 2026
    • 6 views
    Der Rückzug der Verantwortung ins Private

    Der trickreiche »Rechtsstaat«

    • Februar 23, 2026
    • 167 views
    Der trickreiche »Rechtsstaat«

    Das Zensurmonster der EU ‒ Wahlen unter Aufsicht, Teil 2

    • Februar 23, 2026
    • 37 views
    Das Zensurmonster der EU ‒ Wahlen unter Aufsicht, Teil 2

    Wir dachten wir können mit Trump zusammen arbeiten, aber in der Praxis sieht es anders aus

    • Februar 23, 2026
    • 17 views