Schuld sind immer die anderen – Munich Re-Chef stellt USA in Reihe mit China und Russland

Der weltgrößte Rückversicherer Munich Re ist eine vornehme Adresse der deutschen Wirtschaft. Vorstandschef Wenning hat die einst übliche politische Zurückhaltung aufgegeben.

Munich Re Vorstandschef Joachim Wenning stellt die USA in eine Reihe mit China und Russland. (Archivbild) Lino Mirgeler/dpa

München – Der Vorstandschef des Dax-Konzerns Munich Re sieht die US-Regierung unter Präsident Donald Trump als Widersacher (Konkurrent) Westeuropas und Deutschlands. Vorstandschef Joachim Wenning sprach auf der Hauptversammlung von einer drohenden Schwächung von außen und innen.

«Die chinesische Führung will sie, die russische sowieso und inzwischen unverkennbar auch die amerikanische», stellte Wenning die Washingtoner Regierung in eine Reihe mit Peking und Moskau. Von innen werde die Schwächung Westeuropas «durch die politischen Extreme in Deutschland und anderen Mitgliedsländern» betrieben, sagte der Spitzenmanager vor etwa 2.000 Aktionären.

Das 1880 gegründete Unternehmen ist weltgrößter Rückversicherer und zählt zu den vornehmen Adressen der deutschen Wirtschaft – Wenning hat die in den Spitzenetagen großer Konzerne übliche politische Zurückhaltung jedoch aufgegeben. Von der künftigen Bundesregierung forderte er ein grundsätzliches Umlegen aller «wichtigen Hebel von Umverteilung auf Leistungssteigerung», um die Wettbewerbsfähigkeit des Landes wiederherzustellen – inklusive Zumutungen für die Bürger. 

«Jeder erfolgversprechende politische Weg wird ihnen mehr abverlangen müssen und für viele von ihnen den Verzicht auf manch liebgewonnenen Besitzstand bedeuten», sagte der Vorstandschef. «Wenn diese Zumutungen nicht kämen, müssten wir uns sorgen.»

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