Am 19. Februar 2026 fand in Washington unter Leitung des US-Präsidenten Donald Trump der erste Gipfel des von ihm initiierten „Friedensrats“ (Board of Peace) statt. (1) Im Vorfeld hatte Trump den ehemaligen, wegen Kriegsverbrechen umstrittenen britischen Premier Tony Blair sowie mehrere enge Verbündete und Experten in seinen „Friedensrat“ berufen. (2)
Ein Beitrag von Wolfgang Effenberger

Trumps „Friedensrat“ verkörpert ein top-down-Modell – ein hierarchischer Ansatz, bei dem Entscheidungen und Strategien von der Führungsebene aus entwickelt und nach unten durch die Organisation kommuniziert werden – als autoritäre Instanz, die der US-Rhetorik von Demokratie als basisdemokratischem Prozess zuwiderläuft. (16)
Aspekt UN-Position Trump-„Friedensrat“
Mandat Gaza-exklusiv, Weltweite Stabilität,
UN-Charta bindend US-zentriert
Gleichberechtigung Jedes Land eine Stimme Trump als alleiniger Vorsitzender
Prinzip US-Demokratie-Ideal Trump als alleiniger Vorsitzender
(weltweit propagiert)
Machtquelle Wahlen, Volk von unten Trump persönlich, top-down
Mitgliedschaft Gleichberechtigung aller Trump-Einladung, Spendenpflicht
Entscheidungen Mehrheitsabstimmung, Trump-Veto, lebenslanger Vorsitz
Checks & Balances
Legitimität Transparenz, Rechenschaft Undurchsichtig, privat dominiert
Unabhängig von seiner Präsidentschaft hat sich Trump per Charta zum Vorsitzenden auf Lebenszeit ernannt. Er lädt Länder ein oder schließt sie aus, legt die Agenda fest und hält ein Vetorecht. Mitgliedschaft ist oft an Milliarden-Spenden gekoppelt („Pay-to-Play“), was private Einflussnahme über demokratische Repräsentation stellt. (17)
Die USA fordern weltweit Wahlen, Pluralismus und Volkssouveränität („Demokratie wächst von unten“). Doch der Rat zentralisiert Macht bei einer Person, umgeht Parlamente und ignoriert universelle Repräsentation. Kritiker wie „Democracy Without Borders“ nennen es „regressive Verschiebung zu zentralisierter Macht“ und „feindliche Übernahme der Weltordnung“. (18)
Erinnerung, Ausblick und Implikationen
Der erste Gipfel unterstreicht Trumps disruptive Diplomatie: Er erzielt greifbare Ergebnisse, wo die UN oft scheitert, birgt aber Risiken einer fragmentierten Weltordnung. Für Gaza könnte er Stabilität bringen, wenn Hamas und Israel kooperieren – Herausforderungen wie eine Entwaffnung bleiben offen. Langfristig könnte der „Friedensrat“ zu einer neuen Struktur führen, die nicht für die nach einer multipolaren Friedensordnung strebenden Länder des globalen Südens auf Widerstandskurs bringen wird. (19)
Der US-GREAT-Plan zur „Umsiedlung“ der Palästinenser (20)
Der US-amerikanische „GREAT-Plan“ (Gaza Relocation and Economic Assistance and Transformation) steht im Kontrast zur Tianjin-Erklärung der Shanghai Organisation vom September 2025, die eine gerechte Weltordnung sowie friedliche, kooperative Lösungen für internationale Konflikte fordert, (21) zielt auf eine dauerhafte Umsiedlung der palästinensischen Bevölkerung aus Gaza ab – oft als „freiwillig“ oder durch wirtschaftliche Anreize maskiert. Dieses Vorgehen wird von internationalen Beobachtern und Organisationen als völkerrechtlich bedenklich und als Bruch fundamentaler Menschenrechts- und Souveränitätsprinzipien bewertet. (22)
Die aktuellen Pläne von Donald Trump und der US-Regierung für den Gazastreifen sehen die Umsiedlung und dauerhafte Neuansiedlung großer Teile der palästinensischen Bevölkerung außerhalb von Gaza vor. (23)
Mittels finanzieller Anreize (5.000 US-Dollar, Mietzuschüsse für vier Jahre und Nahrungsmittelhilfen für ein Jahr) sollen die GAZA-Bewohner im Rahmen einer „Freiwilligen Umsiedlung“ dazu bewegt werden, das Gebiet zu verlassen. (24)
Als Zielländer für palästinensische Umsiedlung werden unter anderem Staaten wie Libyen und andere Regionen in Afrika diskutiert. Auch Deutschland könnte ein Zielland sein, leben doch immerhin über 200.000 Menschen mit palästinensischen Wurzeln in Deutschland, das ist die größte palästinensische Community in Europa, (25) die etwa 40.000 Palästinenser in Berlin sind die größte Gemeinde in einer westeuropäischen Stadt. (26)
Andererseits gibt es auch Visionen von „intelligenten Städten“ für die Neuansiedlung mit technikbasierter Infrastruktur und wirtschaftlicher Unterstützung, wobei es angebliches Ziel ist, eine dauerhafte Lösung für die langjährige humanitäre Krise und das Flüchtlingsproblem im Nahen Osten zu schaffen. Kritiker sehen in diesen Ansätzen jedoch eine Zwangsumsiedlung und verurteilen sie als völkerrechtswidrig. Die internationalen Organisationen und Menschenrechtler sehen das als gravierender Verstoß gegen das Recht der Palästinenser auf Rückkehr und Selbstbestimmung
Vor allem die SCO lehnt solche erzwungenen Umsiedlungen ab und pocht auf diplomatische, inklusive Lösungen im Sinne der UN-Charta.
Der Kern der US-Pläne für Gaza ist eine weitgehende Leerung der Region von der heute dort lebenden Bevölkerung. Diese Perspektive steht im starken Widerspruch zu völkerrechtlichen Prinzipien wird international vielfach abgelehnt und hat erhebliche politische und humanitäre Kontroversen ausgelöst. (27)
Die US-Pläne gelten als radikaler und umstrittener Ansatz in der internationalen Politik, dessen Realisierung zahlreichen legalen, moralischen und politischen Barrieren begegnet. (28)
Anmerkungen und Quellen
1)https://www.n-tv.de/der_tag/Der-Tag-am-Donnerstag-den-19-Februar-2026-id30379278.html
2)https://www.tagesschau.de/ausland/asien/gaza-friedensrat-mitglieder-100.html
3)https://www.deutschlandfunk.de/trumps-friedensrat-was-von-der-ersten-sitzung-zu-erwarten-ist-100.html
4)https://www.deutschlandfunk.de/deutschland-auf-hoher-beamtenebene-bei-morgiger-zusammenkunft-von-trumps-friedensrat-100.html
5)https://alexanderdugin.substack.com/p/the-5-poles-of-the-trumped-west
6)https://www.tagesschau.de/ausland/asien/nahost-grossbritannien-blair-100.html
7)https://unn.ua/en/news/end-of-the-un-what-is-trumps-peace-council-and-what-is-it-for
8)https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/usa-trump-friedensrat-102.html
9)https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/usa-trump-friedensrat-102.html
10)https://unn.ua/en/news/end-of-the-un-what-is-trumps-peace-council-and-what-is-it-for
11)https://www.theguardian.com/us-news/2026/jan/20/trumps-board-of-peace-is-an-imperial-court-completely-unlike-what-was-proposed
12)https://unn.ua/en/news/end-of-the-un-what-is-trumps-peace-council-and-what-is-it-for
13)https://dgvn.de/meldung/gruendung-eines-sogenannten-friedensrats-unter-us-fuehrung-und-deren-auswirkungen-auf-das-multilaterale-system
14)https://www.dw.com/de/trump-usa-friedensrat-board-of-peace-bop-un-vereinte-nationen-gaza-israel-nahost-friede-voelkerrecht/a-75567954
15)https://www.stern.de/news/nach-gruendung-von-trumps–friedensrat—guterres-betont-bedeutung-des-un-sicherheitsrats-37078676.html
16)https://www.democracywithoutborders.org/de/40346/trumps-friedensrat-in-der-kritik-kein-tragfaehiges-modell/
17)https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/trump-friedensrat-104.html
18)https://www.focus.de/die-debatte/erpressung-ist-die-neue-diplomatie-leser-lehnen-trumps-friedensrat-ab_ef7f2ed8-8629-4ed8-9756-0c363b0b07b7.html
19)https://www.zeit.de/politik/ausland/2026-02/board-of-peace-donald-trump-friedensrat-washington
20)https://www.washingtonpost.com/national-security/2025/08/31/trump-gaza-plan-riviera-relocation/
21)https://www.globaltimes.cn/page/202508/1342199.shtm
22)https://theconversation.com/trump-plans-to-permanently-resettle-palestinians-outside-gaza-the-very-reason-unrwa-was-originally-created-249185
23)https://www.washingtonpost.com/national-security/2025/08/31/trump-gaza-plan-riviera-relocation/
24)https://theconversation.com/trump-plans-to-permanently-resettle-palestinians-outside-gaza-the-very-reason-unrwa-was-originally-created-249185
25)https://www.deutschlandfunk.de/laith-arafeh-palaestinensischer-botschafter-interview-100.html
26)https://www.fr.de/politik/land-palaestinenser-in-deutschland-das-ist-nicht-mehr-mein-93337073.html
27)https://www.washingtonpost.com/national-security/2025/08/31/trump-gaza-plan-riviera-relocation/
28)https://www.globaltimes.cn/page/202508/1342199.shtml
29)https://alexanderdugin.substack.com/p/the-5-poles-of-the-trumped-west
30)https://www.arktosjournal.com/p/the-5-poles-of-the-trumped-west
31)https://alexanderdugin.substack.com/p/the-5-poles-of-the-trumped-west
32)https://www.arktosjournal.com/p/the-5-poles-of-the-trumped-west
33)https://www.arktosjournal.com/p/the-5-poles-of-the-trumped-west
34)https://www.multipolarpress.com/p/the-irreversible-split-of-the-west
35)https://www.arktosjournal.com/p/war-is-ahead-of-us
36)https://www.novinky.cz/clanek/valka-na-ukrajine-trump-rozdelil-zapad-na-pet-casti-tvrdi-dugin-rusko-by-toho-podle-nej-melo-vyuzit-40562429
37)https://www.multipolarpress.com/p/the-irreversible-split-of-the-west
38)https://alexanderdugin.substack.com/p/the-5-poles-of-the-trumped-west
39)https://hpd.de/artikel/trump-revolution-23034
40)https://uncutnews.ch/trump-hat-den-westen-in-fuenf-teile-gespalten/
41)https://alexanderdugin.substack.com/p/the-5-poles-of-the-trumped-west
42)https://dgvn.de/meldung/gruendung-eines-sogenannten-friedensrats-unter-us-fuehrung-und-deren-auswirkungen-auf-das-multilaterale-system
43)https://www.zeit.de/politik/ausland/2026-02/friedensrat-donald-trump-mitglieder-kritik-fa
44)https://www.saluut.de/pdf/Trumpismus-von-Dugin.pdf
Wolfgang Effenberger, Jahrgang 1946, erhielt als Pionierhauptmann bei der Bundeswehr tiefere Einblicke in das von den USA vorbereitete “atomare Gefechtsfeld” in Europa. Während seiner Verwendung als Wirkungsberater bereitete Effenberger vor allem nach Vorgabe des scharfen General Defense Plans (Ausschnitt bayerische Grenze zur damaligen Tschechoslowakei) Befehle für den Kriegsfall aus und studierte abends zum Ausgleich an der Hochschule für Politik. Mit der Einsicht in die geplante Vernichtungsorgie entschloss er sich, 1976 aus der Bundeswehr auszuscheiden. An der TU studierte er Höheres Lehramt (Bauwesen/Mathematik) und unterrichtete bis 2000 an der Fachschule für Bautechnik. Seitdem publiziert er zur jüngeren deutschen Geschichte und zur US-Geopolitik. Zuletzt erschienen vom ihm „Schwarzbuch EU & NATO“ (2020) sowie “Die unterschätzte Macht” (2022).
Disclaimer: Berlin 24/7 bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Gastbeiträge und Meinungsartikel müssen nicht die Sichtweise der Redaktion Berlin 24/7 widerspiegeln. Wir bemühen uns, unterschiedliche Sichtweisen von verschiedenen Autoren – auch zu den gleichen oder ähnlichen Themen – abzubilden, um weitere Betrachtungsweisen darzustellen oder zu eröffnen.




