Berlins Polizeichefin zu Messerattacken: Täter sind „jung, männlich und nicht-deutsch“

Seit mehreren Jahren verzeichnet die Berliner Polizei eine Zunahme von Messerangriffen, besonders auch bei Kindern, Jugendlichen und Heranwachsenden. Berlins Polizeipräsidentin Barbara Slowik sieht ein klares Täterprofil, wie die Berliner Zeitung berichtet.

shutterstock / Melnikov Dmitriy

Im vergangenen Jahr erfasste die Polizei in Berlin 3482 Fälle, in denen ein Messer als Tatmittel benutzt wurde – das sind 165 mehr als im Vorjahr, so Berlins Polizei-Chefin. Von den Tatverdächtigen hatten etwa 1000 Menschen nur die deutsche Staatsangehörigkeit, etwa 200 neben der deutschen eine weitere Staatsangehörigkeit. Etwa 1370 Menschen hatten eine andere Nationalität.

Polizeipräsidentin Slowik sagte am Wochenende dem Sender n-tv, sie sei für die von Niedersachsen geforderte Verschärfung des Waffenrechts. Seit Jahren gebe es mehr Gewalttaten. „Zugespitzt formuliert: Nach unseren Zahlen ist die Gewalt in Berlin jung, männlich und hat einen nicht-deutschen Hintergrund. Das gilt auch für Messergewalt“, so Slowik.

Die Berliner Zeitung weist darauf in, dass es in Berlin so gut wie täglich Messerattacken gibt.

Nach der Tötung eines 24-Jährigen in Berlin-Wilmersdorf habe die Polizei einen Verdächtigen gefasst. Wie die Berliner Staatsanwaltschaft am Montag mitteilte, nahmen Ermittler den 25-jährigen Verdächtigen am Sonntag in Bernau, nördlich von Berlin, in einer Wohnung fest.

Am Samstag war laut Polizeiangaben im U-Bahnhof Kottbusser Tor ein 26-jähriger Tunesier erstochen worden. Auf dem Bahnsteig soll er aus einer Gruppe heraus angegriffen worden sein. Der Täter ist bislang nicht gefasst. Laut Staatsanwaltschaft werden jetzt mehrere Zeugen befragt. Die Polizei wertet zudem die Überwachungsvideos vom Bahnsteig aus.

Unklar sei auch die Hintergründe für eine blutige Auseinandersetzung in der Nacht zum vergangenen Mittwoch in der Wiener Straße in Kreuzberg. Mehrere Männergruppen waren dort mit Messern aneinandergeraten. Ein 55- und ein 39-Jähriger erlitten schwere Schnitt- und Stichverletzungen. Der Hintergrund der Auseinandersetzung ist noch immer unklar. Die Polizei schließt eine Auseinandersetzung unter Drogendealern nicht aus.

Und in der Nacht zum Freitag habe es in Karlshorst eine Auseinandersetzung zwischen Familienangehörigen gegeben, so die Zeitung. In einem Mehrfamilienhaus in der Dönhoffstraße fanden demnach die Polizisten einen 44-Jährigen mit erheblichen Schnitt- und Stichverletzungen, die ihm ein 46-jähriger Angehöriger zugefügt hatte. Auch ein 38-jähriger Verwandter wurde verletzt.

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