Geheimdienst im Dienste der Macht: Militärische Inkompetenz und ideologische Blindheit

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  • Februar 19, 2024
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Eine Krise hat immer Ursachen. Keine von Menschen verursachte Krise ist ein bloßes Produkt des Schicksals. Der Terrorismus, die russische Intervention in der Ukraine oder die Ereignisse in Gaza sind alles Folgen von Fehlverhalten des Westens, die man antizipieren konnte.

„Mit dem Übergang von einer „rechtsbasierten internationalen Ordnung“ zu einer „regelbasierten internationalen Ordnung“ haben sich unsere Politiker vom Völkerrecht entfernt“, urteilt der Schweizer Analyst und Insider des Schweizer Geheimdienstes Jacques Baud. Ihre Unfähigkeit, die Folgen ihrer Entscheidungen zu sehen und Fehler einzugestehen, hätte zu einer Verschärfung der Krisen und einer tieferen Trennung zwischen dem Westen und dem Rest der Welt geführt. Die Nachrichtendienste sind das Werkzeug des Rechtsstaats, um Probleme vorauszusehen und rationale Entscheidungen zu ermöglichen. Baud meint, „seit den 1990er Jahren funktioniert dieses Instrument nicht mehr.“ Außerdem funktioniere die Information bis dahin dank vielfältiger Medien nach einem darwinistischen Modus: Gute Informationen haben schlechte Informationen vertrieben. Heute ist die Diversität verschwunden und die Zensur macht Jagd auf abweichende Informationen.

Bauds Fazit: “Unsere Geheimdienste sind zu Sicherheitsdiensten geworden, die im Dienste von Entscheidungsträgern stehen, die nicht mehr über die intellektuellen Fähigkeiten verfügen, um mit der Komplexität der modernen Welt umzugehen.“

Jacques Baud hält nicht viele Vorträge, er schrieb jedoch unzählige Bücher, in dem er seine persönlichen Erfahrungen und Recherchen  zugänglich macht. Jaques Baud hat einen Master in Ökonometrie und ein abgeschlossenes Nachdiplomstudium in internationaler Sicherheit und internationalen Beziehungen. Er arbeitete als für die Ostblockstaaten und den Warschauer Pakt zuständiger Analyst für den Schweizer Strategischen Nachrichtendienst (Geheimdienst) und leitete die Doktrin für friedenserhaltende Operationen der Vereinten Nationen New York. Dort war er zuständig für die Bekämpfung der Proliferation von Kleinwaffen bei der NATO und beteiligt an den NATO-Missionen in der Ukraine.

Die Vortragsreihe „Koblenz: Im Dialog“ hat ihn für den 24.März nach Koblenz eingeladen. Sein Vortrag beschäftigt sich mit dem Thema der Geheimdienste, die im Dienste der Macht stehen, mit militärischer Inkompetenz und ideologischer Blindheit. Karten zum Vortrag können hier gebucht werden: https://krasser.guru/produkt/terrorismus-ist-keine-ideologie/

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