Größtes Projekt von Chemnitz als Kulturhauptstadt nun offen zugänglich

Mit dem «Purple Path» ist in Chemnitz und dem Umland ein einzigartiges Freiluftmuseum für zeitgenössische Kunst entstanden. Eine ganze Region feiert die Kunst.

Die Arbeit «Zwei in ein ander Gewobene» des Konzeptkünstlers Olaf Holzapfel steht auf einer Höhe in Amtsberg. (Aufnahme mit Drohne) Hendrik Schmidt/dpa

Chemnitz/Flöha – 14 Meter ragt die Skulptur «Zwei in einander Gewobene» von Olaf Holzapfel gen Himmel. Auf einer Anhöhe in der Nähe von Chemnitz eingebettet in die hügelige Landschaft des Erzgebirges ist sie Teil eines neuen Freiluftmuseums für zeitgenössische Kunst – dem «Purple Path». Das größte Projekt von Chemnitz als Kulturhauptstadt Europas präsentiert fortan nationale und internationale Kunst. 

Vertreten sind neben Holzapfel Künstler wie Sean Scully, Tony Cragg, Rebecca Horn, Leiko Ikemura und Richard Long. 

Ein lila Band verbindet Kunst und Landschaft

«Der Purple Path ist ein Storyteller, ein Geschichtenerzähler», sagt Kurator Alexander Ochs. Getreu dem Kulturhauptstadtmotto «C the Unseen» («Sieh das Ungesehene») verweisen die Arbeiten auf die Geschichte der gesamten Region, insbesondere den Bergbau.

«Alles kommt vom Berg her» sei das Narrativ des «Purple Path», betont Ochs. Dazu greifen die Skulpturen Materialien auf, die einst dem Fels abgetrotzt wurden, aber auch Holz und Licht, die für den Bergbau und die Bergleute immens wichtig waren. 

Alexander Ochs (M), Kurator des „Purple Path“ und Barbara Klepsch (CDU, r), Kulturstaatsministerin in Sachsen, betrachten im Kunstbahnhof in Flöha die Arbeit „Löcher mit Löchern stopfen I“ von Asta Gröting. Der Kunstbahnhof ist Teil des «Purple Path». Das Leuchtturmprojekt der Kulturhauptstadt Europas 2025 verbindet Chemnitz mit 38 weiteren Gemeinden im Umland. Auf dem Kunst- und Skulpturenweg werden Arbeiten von regional, national und international bedeutsamen Künstlern gezeigt. Einige Kunstwerke werden am Eröffnungswochenende neu eingeweiht, außerdem gibt es Ausstellungen und weiteren Aktivitäten in vielen Kommunen. dpa

So auch Holzapfels Skulptur auf der Dittersdorfer Höhe. Sie verweist auf die historische Landvermessung im damaligen Königreich Sachsen, in deren Folge vielerorts sogenannte Triangulationstürme entstanden – und ist zugleich Sinnbild für das ambivalente Verhältnis von Technik und Natur. 

Friedrich Kunath – gebürtiger Chemnitzer, heute in Kalifornien zu Hause – hat ein Kunstwerk in Thalheim beigesteuert. Die Bronzeskulptur «Include Me Out» tritt in Beziehung zu den Fichtenwäldern des Erzgebirges und der hier von Hans Carl von Carlowitz geprägten Idee der Nachhaltigkeit. Zugleich geht es um soziale Ausgrenzung und das Bedürfnis nach Zugehörigkeit. 

Vielfältige Ausstellungen entlang der Route

Gezeigt werden den Angaben zufolge Arbeiten von 90 nationalen und internationalen Künstlern an 70 verschiedenen Orten. Zudem gibt es etliche temporäre Ausstellungen und Angebote. 

Dazu zählt die Schau «Verstrickungen» in Flöha, die die Textiltradition der Region mit Kunst verbindet. Gezeigt werden vom Institut für Auslandsbeziehungen unter anderem Werke von Käthe Kollwitz, Hermann Glöckner und Rosemarie Trockel.

Ähnliche Beiträge

Die Dialektik im Sozialismus am Beispiel der DDR – Teil 4

Artikelreihe zur Aufarbeitung des Scheiterns der DDR – Die DDR begann 1963, Auslandskredite aufzunehmen. Dieser Zeitpunkt markiert nicht das Offenbarwerden eines „inneren Defekts“ der Planwirtschaft, sondern ist die notwendige Konsequenz…

Die Dialektik im Sozialismus am Beispiel der DDR – Teil 3

Artikelreihe zur Aufarbeitung des Scheiterns der DDR – Die DDR war – gemessen an ihrer Wirtschaftskraft – eine der am stärksten militarisierten Gesellschaften des Warschauer Vertrages. Die Ausgaben für den…

You Missed

Hinrichtung live: Mord als Unterhaltung 

  • Oktober 13, 2026
  • 12 views
Hinrichtung live: Mord als Unterhaltung 

Der Öffentlich-Rechtliche Rundfunk ist nicht mehr reformierbar: Alexander Teske und W.Domke Schulz

  • Oktober 12, 2026
  • 44 views
Der Öffentlich-Rechtliche Rundfunk ist nicht mehr reformierbar: Alexander Teske und W.Domke Schulz

Die Dialektik im Sozialismus am Beispiel der DDR – Teil 4

  • Oktober 12, 2026
  • 71 views
Die Dialektik im Sozialismus am Beispiel der DDR – Teil 4

AfD setzt sich durch und das Establishment tobt

  • Oktober 12, 2026
  • 100 views
AfD setzt sich durch und das Establishment tobt

Auf Abwegen: Ehemalige und heutige Geheimdienstchefs

  • Oktober 12, 2026
  • 96 views
Auf Abwegen: Ehemalige und heutige Geheimdienstchefs

Es dürfen keine Menschen zur Schlachtbank des Krieges getrieben werden – Eckhard Reineke

  • Oktober 11, 2026
  • 68 views
Es dürfen keine Menschen zur Schlachtbank des Krieges getrieben werden – Eckhard Reineke