Merz: Höchstens 100.000 Flüchtlinge im Jahr –Europäischer Nuklearschirm überlegenswert

  • POLITIK
  • März 16, 2024
  • 0 Kommentare

Nach Ansicht des CDU-Vorsitzenden Friedrich Merz soll Deutschland höchstens 100.000 Flüchtlinge im Jahr aufnehmen.

shutterstock/penofoto

„Über 300.000 im Jahr, wie im Jahr 2023, sind auf jeden Fall zu viel“, sagte er in einem Interview für die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“. „Ich denke, was Michael Kretschmer gesagt hat – 60.000 bis 100.000 – beschreibt ungefähr das, was wir heute mit unserer Integrationskraft noch leisten können.“

Im Fall eines Amtsantritts als Bundeskanzler würde er weltweit nach einem geeigneten Land suchen, dass die Asylverfahren für Deutschland übernehmen würde. „So eine Reise des Bundeskanzlers wäre längst überfällig“, sagte Merz.

Es gelte „zu klären, wie die Verfahren in Ruanda im Einklang mit unseren menschenrechtlichen Verpflichtungen gestaltet werden“, führte er weiter aus im Blich auf das sogenannte Ruanda-Modell für Großbritannien. In Frage käme für Deutschland auch das „Albanien-Modell“, das Italien zu praktizieren beabsichtige.

Auf Probleme der nationalen Sicherheit eingehend, setzte sich Merz für Verhandlungen über einen europäischen Nuklearschirm ein. „Ich wünsche mir diesen strategischen Dialog in Europa“, betonte er. Ein solcher Dialog sollte sowohl mit Frankreich, als auch mit Großbritannien geführt werden. „Wir müssten unsere Partner fragen: Was seid Ihr bereit zu teilen? Was erwartet Ihr von uns? Und wie würden die Entscheidungsmechanismen aussehen?“, so Merz.

Selbst eine eigene deutsche Nuklearbewaffnung wäre zumindest überlegenswert. „Wir hätten uns vor zwei Jahren nicht vorstellen können, über was wir heute sprechen müssen“, sagte er dazu. „Und wir können uns heute nicht vorstellen, über was wir möglicherweise morgen sprechen müssen.“

Merz betonte zwar, dass „Deutschland keine Kriegspartei werden darf“, zugleich sollten aber die Überlegungen des französischen Präsidenten Emmanuel Macron und des polnischen Außenministers Radoslaw Sikorsky nicht bedingungslos ausgeschlossen werden. „Aus heutiger Sicht stellt sich die Frage von Bodentruppen nicht“, erklärte er. Aber „strategische Zweideutigkeit ist einem Aggressor wie Putin gegenüber genau das Richtige.“

  • Related Posts

    (K)ein Volksfest

    81 Jahre Handschlag an der Elbe: Friedensdemonstration zum Tag der Begegnung in Torgau. Demonstration anlässlich des Elbe-Tags am 26. April 2025 in Torgau (Foto: Martina Lennartz) Im April 1945 trafen…

    Im „besten Deutschland aller Zeiten“ – Mieten machen jeden Fünften arm

    Die Mieten explodieren: Welche Folgen hat das für die Gesellschaft? Der Paritätische hat jetzt zu erfassen versucht, wie die Zahl der Armen in Deutschland aussieht, wenn man betrachtet, was vom…

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

    You Missed

    (K)ein Volksfest

    • April 23, 2026
    • 6 views
    (K)ein Volksfest

    Im „besten Deutschland aller Zeiten“ – Mieten machen jeden Fünften arm

    • April 23, 2026
    • 12 views
    Im „besten Deutschland aller Zeiten“ – Mieten machen jeden Fünften arm

    Auslöschen auf Abruf – Wie ein löchriger Waffenstillstand die Weltwirtschaft in der Schwebe hält, Teil 1

    • April 23, 2026
    • 7 views
    Auslöschen auf Abruf – Wie ein löchriger Waffenstillstand die Weltwirtschaft in der Schwebe hält, Teil 1

    Der persönliche Einsatz des Friedrich Merz für die Ukraine

    • April 23, 2026
    • 6 views
    Der persönliche Einsatz des Friedrich Merz für die Ukraine

    Die blutige und zynische Inszenierung in Butscha

    • April 23, 2026
    • 11 views
    Die blutige und zynische Inszenierung in Butscha

    Verfassungsschutz: „Delegitimierung“ gestrichen, aber keine Einsicht

    • April 22, 2026
    • 8 views
    Verfassungsschutz: „Delegitimierung“ gestrichen, aber keine Einsicht