Weißes Haus: Erste Migranten werden nach Guantánamo gebracht

  • POLITIK
  • Februar 5, 2025
  • 0 Kommentare

Erst vor wenigen Tagen stellte Präsident Trump seinen Plan vor, dass er kriminelle Einwanderer nach Guantánamo Bay schicken will. Nun geht es nach Angaben seiner Sprecherin schon los.

Der US-Marinestützpunkt Guantánamo Bay auf Kuba ist berüchtigt wegen eines umstrittenen Gefangenenlagers, das die Vereinigten Staaten nach den Anschlägen vom 11. September 2001 errichtet hatten. (Archivbild) Ramon Espinosa/AP/dpa

Washington – Nach Angaben der US-Regierung von Präsident Donald Trump werden erste festgenommene Migranten auf den US-Militärstützpunkt Guantánamo Bay auf Kuba gebracht. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, sagte dem Fernsehsender Fox Business: «Heute finden die ersten Flüge mit illegalen Migranten aus den Vereinigten Staaten nach Guantánamo Bay statt.» Details nannte sie nicht. Leavitt betonte aber, der neue Präsident fackele nicht lange und werde «nicht länger zulassen, dass Amerika ein Abladeplatz für illegale Kriminelle aus allen Ländern der Welt ist».

Präsident Trump hatte erst vor wenigen Tagen öffentlich verkündet, dass er ein großes Haftzentrum für kriminelle Migranten auf dem US-Militärstützpunkt Guantánamo Bay plane. Dort könnten in Zukunft 30.000 der «schlimmsten kriminellen illegalen Einwanderer» inhaftiert werden. Trump argumentierte, es sei «ein Ort, von dem man nur schwer wieder wegkommt». Der Republikaner wies das Verteidigungs- und das Heimatschutzministerium an, mit den Vorbereitungen dafür zu beginnen. Der Vorstoß stieß sofort auf Kritik.

Der wenig bekannte Teil von Guantánamo Bay

Es gibt zwar bereits seit Jahrzehnten eine wenig bekannte Einrichtung in Guantánamo Bay auf Kuba, in der illegal eingereiste Migranten festgehalten werden, bevor sie in ihre Heimat oder andere Länder abgeschoben werden. Laut US-Medien war dort in vergangenen Jahren aber nur eine verschwindend geringe Zahl von Menschen untergebracht. Trump will die Kapazitäten nun drastisch ausbauen. 

Berüchtigt ist der US-Marinestützpunkt Guantánamo Bay auf Kuba vor allem wegen eines umstrittenen Gefangenenlagers, das die USA nach den Anschlägen vom 11. September 2001 errichtet hatten. Zeitweise waren dort fast 800 Menschen inhaftiert. Das Camp wurde damals eingerichtet, um mutmaßliche islamistische Terroristen ohne Prozess festzuhalten. Menschenrechtsorganisationen fordern seit langem die Schließung. Noch immer ist dort jedoch eine kleine Zahl von Häftlingen untergebracht.

Die bereits bestehende Migranten-Einrichtung in Guantánamo Bay ist von dem berühmten Gefangenenlager getrennt.

Ähnliche Beiträge

Hinrichtung live: Mord als Unterhaltung 

Spritzen, Knarren und TV-Kamera: Todesstrafe im Trump-Land macht den Tod zur Show. Ein Kommentar von Paul Clemente Eine Selbstbeschreibung der USA? Na, vor allem als Heimatland der Menschenrechte. Als Zusammenschluss von…

Der Öffentlich-Rechtliche Rundfunk ist nicht mehr reformierbar: Alexander Teske und W.Domke Schulz

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk steht massiv in der Kritik: steigende Rundfunkbeiträge, sinkendes Vertrauen und immer mehr Debatten über Reformen. Doch wie schlecht ist der Zustand von ARD, ZDF & Co. wirklich?…

You Missed

Wann platzt die KI-Blase?

  • Oktober 13, 2026
  • 15 views
Wann platzt die KI-Blase?

Hinrichtung live: Mord als Unterhaltung 

  • Oktober 13, 2026
  • 20 views
Hinrichtung live: Mord als Unterhaltung 

Der Öffentlich-Rechtliche Rundfunk ist nicht mehr reformierbar: Alexander Teske und W.Domke Schulz

  • Oktober 12, 2026
  • 49 views
Der Öffentlich-Rechtliche Rundfunk ist nicht mehr reformierbar: Alexander Teske und W.Domke Schulz

Die Dialektik im Sozialismus am Beispiel der DDR – Teil 4

  • Oktober 12, 2026
  • 74 views
Die Dialektik im Sozialismus am Beispiel der DDR – Teil 4

AfD setzt sich durch und das Establishment tobt

  • Oktober 12, 2026
  • 102 views
AfD setzt sich durch und das Establishment tobt

Auf Abwegen: Ehemalige und heutige Geheimdienstchefs

  • Oktober 12, 2026
  • 97 views
Auf Abwegen: Ehemalige und heutige Geheimdienstchefs