Israels Armee: Tote Geisel im Gazastreifen geborgen

  • POLITIK
  • Januar 9, 2025
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Auch israelische Araber wurden Opfer des Hamas-Massakers am 7. Oktober 2023. Ein entführter Mann einer Beduinengemeinschaft wurde nun tot in Gaza geborgen.

Angehörige der Geiseln fordern ihre Freilassung.  Ohad Zwigenberg/AP/dpa

Tel Aviv/Gaza – Israels Armee hat eigenen Angaben zufolge eine weitere Leiche einer Geisel im Gazastreifen geborgen. Es handle sich um einen arabischen Israeli im Alter von 53 Jahren, teilte ein Sprecher des Militärs mit. Es gebe auch Funde seines ebenfalls von Islamisten entführten Sohns, die «ernste Besorgnis» weckten, ob dieser noch am Leben sei. Der junge Mann ist Berichten zufolge 22 Jahre alt. Bislang ging man in Israel davon aus, dass Vater und Sohn noch am Leben sind.

Zunächst hatten israelische Medien unter Berufung auf Angehörige gemeldet, dass Vater und Sohn tot gefunden worden seien. Auch Außenminister Israel Katz hatte geschrieben, dass auch die Leiche des Sohns gefunden worden sei. 

Die Leiche des Vaters wurde laut Armee am Dienstag in einem Tunnel in der Gegend von Rafah gefunden. Er sei in Gefangenschaft der Extremisten getötet worden, hieß es. 

Beide waren am 7. Oktober 2023 während des Hamas-Massakers in den Gazastreifen verschleppt worden. Zwei weitere Kinder des 53-Jährigen waren damals ebenfalls entführt worden. Die Jugendlichen kamen im Rahmen eines Abkommens zwischen der Hamas und Israel im November 2023 frei. 

Die vier arbeiteten während des Terrorüberfalls in einem Kibbuz nahe der Grenze zum Gazastreifen. Die Familie gehört zu einer Beduinengemeinschaft.

Araber machen in Israel rund 20 Prozent der knapp zehn Millionen Einwohner aus. Die Beduinen wiederum gehören zur arabischen Minderheit in Israel, ihre Zahl wird landesweit auf rund 250 000 geschätzt. Viele von ihnen dienen in der israelischen Armee.

Armee: Dutzende Geiseln noch am Leben 

Ein Armeesprecher betonte, Dutzende der noch im Gazastreifen festgehaltenen Geiseln seien noch am Leben.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sprach den Angehörigen angesichts «der bitteren Nachricht» sein Beileid aus, wie sein Büro mitteilte. Israel habe die beiden entführten jugendlichen Familienmitglieder nach Hause gebracht und habe auch die beiden Männer zurückholen wollen, betonte er demnach.

Staatspräsident Izchak Herzog sprach von einer «immensen Tragödie» für die Familie, die auch in tiefer Sorge um das Schicksal des Sohns des Getöteten sei. «Unsere Geiseln befinden sich in unmittelbarer Lebensgefahr. Wir müssen weiterhin alles Mögliche tun, um dringend 99 unserer Brüder und Schwestern zurückzubringen», so Herzog.

Insgesamt verschleppten palästinensische Terroristen am 7. Oktober 2023 mehr als 250 Menschen aus Israel in das Küstengebiet. Die Armee hat bereits mehrfach Geisel-Leichen im Gazastreifen geborgen.

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