Lauterbach für rasches Lachgas-Verbot für junge Leute

Lachgas hat sich zur Partydroge entwickelt. Experten warnen vor Risiken für die Gesundheit – besonders bei Jugendlichen. Kommen jetzt zügig strengere Vorgaben?

Lachgas soll künftig nicht mehr so einfach verfügbar sein. (Foto Illustration) Julian Stratenschulte/dpa

Berlin (dpa) – Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach will den Umgang mit Lachgas als Partydroge besonders bei jungen Leuten rasch verbieten. «Der Schutz unserer Kinder und Jugendlichen muss Anliegen aller verantwortungsbewussten Parteien des Bundestages sein», sagte der SPD-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. «Deswegen gehe ich davon aus, dass wir Lachgas und sogenannte K.-o.-Tropfen noch in dieser Legislatur mit den Stimmen einer großen Mehrheit im Parlament gesetzlich unterbinden können.» 

Lauterbach will dazu an diesem Mittwoch einen Entwurf ins Kabinett einbringen, den die Regierungsfraktionen von SPD und Grünen noch vor der vorgezogenen Neuwahl an ein anstehendes Gesetz anfügen können. 

«Wir können nicht länger hinnehmen, dass Lachgas als populäre Partydroge leicht verfügbar ist und insbesondere über Automaten oder Spätis verkauft wird», sagte der Minister. «Auch den Missbrauch von Industriechemikalien als Vergewaltigungsdroge müssen wir entschlossen bekämpfen.» Die EU-Kommission habe zu den Plänen grünes Licht gegeben. «Deswegen sollten wir jetzt auch unverzüglich handeln.»

Lachgas als Partydroge auf dem Vormarsch

Lachgas, also Distickstoffmonoxid (N2O), ist seit einigen Jahren als Partydroge auf dem Vormarsch. Konsumenten atmen den euphorisierenden Stoff dabei über Luftballons ein. Im Visier stehen außerdem die Chemikalien Gammabutyrolacton und 1,4-Butandiol. Sie sind auch als K.-o.-Tropfen bekannt, die in Getränke gegeben werden. Nach einigen Minuten wird Opfern dadurch schwindelig, sie können das Bewusstsein verlieren. Täter nutzen diese Zeit etwa für Sexualdelikte oder um Opfer auszurauben.

Laut Entwurf sollen Lachgas und die beiden anderen Substanzen künftig bezogen auf bestimmte Mengen unter ein gesetzliches «Umgangsverbot» für neue psychoaktive Stoffe fallen. Zum Schutz von Kindern und Jugendlichen soll zusätzlich ein Abgabe-, Erwerbs- und Besitzverbot mit Blick auf Minderjährige kommen. Generell verboten werden soll zudem die Abgabe über Automaten und den Versandhandel an Endverbraucher. 

Von Verboten ausgenommen bleiben sollen «anerkannte Verwendungen» zu gewerblichen, industriellen oder wissenschaftlichen Zwecken und die Verwendung als Arzneimittel. Weiter möglich sein soll auch die Verwendung in Behältnissen bei denen wegen ihrer Beschaffenheit kein realistisches Missbrauchsrisiko besteht – beispielsweise bei Fertigsprühsahne.

Related Posts

Das China-Pakistan-GCC-Rätsel

Niemand wettet darauf, dass die meisten GCC-Petromonarchien in Westasien erkannt haben, wohin der Wind weht. Ein Beitrag von Pepe Escobar China und Pakistan veröffentlichten eine gemeinsame 5-Punkte-Erklärung zum Krieg gegen…

Männer sind auch Menschen

Wir haben zwar über Jahre gesellschaftlich dekonstruiert, was ein Mann eigentlich ist – aber gleichzeitig wissen wir nun seit Wochen, dass Männer das schlimmste Übel überhaupt sind. Ein Beitrag von…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

You Missed

Die Folgen des Iran-Krieges verändern den wirtschaftlichen Status Russlands

  • April 14, 2026
  • 2 views
Die Folgen des Iran-Krieges verändern den wirtschaftlichen Status Russlands

Das China-Pakistan-GCC-Rätsel

  • April 14, 2026
  • 5 views
Das China-Pakistan-GCC-Rätsel

Ralph T Niemeyer – Energieversorgung bricht so oder so zusammen – wer profitiert davon?

  • April 14, 2026
  • 4 views

Männer sind auch Menschen

  • April 14, 2026
  • 15 views
Männer sind auch Menschen

Vollkaskomentalität

  • April 13, 2026
  • 124 views
Vollkaskomentalität

Eine Bodenoffensive gegen Iran würde die US-Armee in eine Falle locken

  • April 13, 2026
  • 17 views
Eine Bodenoffensive gegen Iran würde die US-Armee in eine Falle locken