Über einer Million Menschen in Gaza droht Hungertod

  • POLITIK
  • März 18, 2024
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Angesichts der humanitären Krise im Gazastreifen warnen international anerkannte Experten, dass in Teilen Gazas eine Hungersnot unmittelbar bevorsteht. Im Norden des abgeriegelten Küstenstreifens wird diese laut Analysen voraussichtlich zwischen Mitte März und Mai eintreten.

shutterstock/Anas-Mohammed

Bei einem Besuch in Tel Aviv am Wochenende hat Medienberichten zufolge Bundeskanzler Olaf Scholz mit Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu auch über humanitäre Hilfe gesprochen. Davon werde es dringend viel mehr gebraucht, so der Bundeskanzler. „Wir können nicht zuschauen, wie Palästinenser verhungern. Das sind nicht wir! Das ist nicht, wofür wir stehen – gemeinsam“, fügte er hinzu.

Ungefähr die Hälfte der Bevölkerung in dem abgeriegelten Küstenstreifen – etwa 1,1 Millionen Menschen – ist laut der Deutschen Presse-Agentur (dpa) nach Angaben der sogenannten Integrated Food Security Phase Classification (IPC) in der schlimmsten Notlage. Die Initiative hat ein mehrstufiges System, nach dem es beurteilt, wie viele Menschen wie stark von Hunger betroffen sind. Die höchste Stufe 5 wird mit „Hungersnot-ähnlichen Zuständen“ umschrieben. Die IPC-Initiative wird von den Vereinten Nationen genutzt und besteht aus vielen verschiedenen UN-Organisationen und internationalen Hilfsgruppen.

Im gesamten Gazastreifen ist die Bevölkerung nach Angaben der Experten mit einem hohen Maß an akuter Ernährungsunsicherheit konfrontiert. Bereits Ende vergangenen Jahres schlugen die Experten Alarm. Zu dem Zeitpunkt waren bereits etwa 577.000 Menschen in der höchsten Kategorie. Seitdem hat sich die Lage weiter verschärft.

Der extrem eingeschränkte Zugang der humanitären Hilfe zum und innerhalb des Gazastreifens behindere weiterhin die sichere und gerechte Bereitstellung lebensrettender Hilfe, hieß es weiter. Man klage seit geraumer Zeit über schwerwiegende Einschränkungen bei der Lieferung von Gütern und der Grundversorgung. Als Ergebnis verzichten den neuesten Daten des IPC-Berichts zufolge praktisch alle Haushalte täglich auf Mahlzeiten und Erwachsene reduzieren ihre Mahlzeiten, damit Kinder essen können.

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