Tusk sagt Deutschland-Besuch ab – Stehen Differenzen zu Ermittlungen der Nord-Stream-Sabotage dahinter?

  • POLITIK
  • September 10, 2024
  • 0 Kommentare

Polens Ministerpräsident Donald Tusk hat eine für den 12. September geplante Reise nach Deutschland abgesagt. Ursprünglich sollte ihm an diesem Tag in Potsdam der Medienpreis des M100 Sanssouci Colloquiums verliehen werden.

shutterstock/TomaszKudela

Wie die Veranstalter am Montag mitteilen, wird in diesem Zusammenhang nicht nur der Preisträger nicht anwesend sein, auch die eigentlich angedachte Teilnahme des Bundeskanzlers werde entfallen, schreibt die „Berliner Zeitung“.

„Zu unserem großen Bedauern musste Bundeskanzler Olaf Scholz seine Teilnahme am M100 Media Award aus Termingründen leider absagen“, zitiert die Zeitung die Mitteilung. „Auch Premierminister Donald Tusk kann aufgrund wichtiger Verpflichtungen im Land, die in diesem Jahr auf den 12.9. verschoben wurden, nicht persönlich an der Verleihung teilnehmen.“ Die Laudatio soll nun statt von Scholz vom ehemaligen Bundespräsidenten Joachim Gauck und dem ehemaligen Bundesverteidigungsminister Rudolf Scharping gehalten werden. An Stelle des polnischen Premierministers wird laut M100 Adam Bodnar, der polnische Justizminister, den Preis entgegennehmen.

Wie das europäische Nachrictenportal Euraktiv schreibt, könnten aktuelle Spannungen zwischen den Ländern wegen der Ermittlungen zur Sabotage an den Nord-Stream-Pipelines im Zusammenhang mit den Absagen stehen. Das Ersuchen Berlins, einen sich in Polen aufhaltenden ukrainischen Staatsbürger zu verhaften, der verdächtigt wird, die Explosion von Nord-Stream-2 verursacht zu haben, wurde von Polen abgelehnt. In diesem Zusammenhang verweist Euraktiv auf die jüngste Äußerung Tusks mit Blick auf Deutschland,  als er „allen Initiatoren und Förderern von Nord Stream 1 und 2“ riet, „das Einzige, was sie heute tun sollten, ist, sich zu entschuldigen und zu schweigen.“

Mitte August hatte die ukrainische Führung einen Bericht der US-Zeitung „Wall Street Journal“ über eine Billigung der Sabotage durch die höchste Regierungsebene in Kiew als „Unsinn“ zurückgewiesen.

Weder aus Berlin noch aus Warschau gab es jedoch eine Bestätigung, dass die Absagen der Regierungschefs für die Veranstaltung in Potsdam etwas mit den bilateralen Beziehungen zu tun habe, stellt die „Berliner Zeitung“ fest.

  • Related Posts

    Von Sanaa nach Saada – Jemen im Krieg

    SAADA, Nordwestjemen – Es ist 14 Uhr am Mittwoch, dem 26. März, und ich stehe während des Ramadans auf einem verlassenen Boulevard in Saada, in Stille, umgeben von Bergen, und…

    China wehrt sich – Hohe Gegenzölle auf US-Produkte

    US-Präsident Trump hat mit seinem beispiellosen Zollpaket China besonders stark ins Visier genommen. Nun holt Peking zum Gegenschlag aus, die Sorge vor einer Eskalation wächst. Peking – China wehrt sich mit hohen…

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

    You Missed

    Von Sanaa nach Saada – Jemen im Krieg

    • April 6, 2025
    • 3 views
    Von Sanaa nach Saada – Jemen im Krieg

    China wehrt sich – Hohe Gegenzölle auf US-Produkte

    • April 6, 2025
    • 4 views
    China wehrt sich – Hohe Gegenzölle auf US-Produkte

    Widerstand gegen Coronamaßnahmen – Gesuchter Hausarzt nach langer Flucht in Paraguay gefasst

    • April 6, 2025
    • 4 views
    Widerstand gegen Coronamaßnahmen – Gesuchter Hausarzt nach langer Flucht in Paraguay gefasst

    Medien: Chef des US-Geheimdiensts NSA entlassen

    • April 6, 2025
    • 4 views
    Medien: Chef des US-Geheimdiensts NSA entlassen

    Das Tragikkomische des von Washington aufgetischten Waffenstillstandsabkommens; Teil II

    • April 5, 2025
    • 5 views
    Das Tragikkomische des von Washington aufgetischten Waffenstillstandsabkommens; Teil II

    Ultimatum an Putin? Trump verliert laut Nato-Partnern Geduld

    • April 5, 2025
    • 6 views
    Ultimatum an Putin? Trump verliert laut Nato-Partnern Geduld