Namen von 425.000 Nazi-Kollaborateuren in Niederlanden einsehbar

  • POLITIK
  • Januar 3, 2025
  • 0 Kommentare

Das passt nicht allen in den Niederlanden: Die Namen derjenigen, die mutmaßlich mit den deutschen Besatzern im Krieg kollaboriert haben, sind jetzt online einsehbar. Reißen nun alte Wunden wieder auf?

Wer stand im Krieg damals an der Seite der Deutschen, das ist in den Niederlanden neuerdings in einem Namensregister online einsehbar (Archivbild). Uncredited/AP/dpa

Den Haag – In den Niederlanden sind ab sofort die Namen der rund 425.000 mutmaßlichen Kollaborateure mit den deutschen Nazi-Besatzern im Zweiten Weltkrieg online einsehbar – und damit ist nicht jeder glücklich. Nach Bedenken von Nachfahren der mutmaßlichen Kollaborateure, aber auch von Opfer-Angehörigen, wurde zunächst darauf verzichtet, auch die kompletten Akten jener Menschen online zugänglich zu machen, die die Deutschen unterstützten und teils schwere Verbrechen begingen. Die Akten selbst können vorläufig nur im Nationalarchiv in Den Haag eingesehen werden.

Betroffene leiden unter Familiengeschichte

Lange Zeit ist in den Niederlanden mit dem Finger auf Menschen gezeigt worden, bei denen es das Vermuten gab, dass sie im Krieg auf der falschen Seite gestanden haben. Wie der öffentlich-rechtliche Sender NOS berichtete, ergab eine Umfrage kürzlich, dass ein Fünftel der Niederländer auch heute lieber nicht die Nachfahren eines Kollaborateurs in einem öffentlichen Amt etwa als Bürgermeister oder Abgeordneter haben möchte. Und die Kinder und Enkelkinder von Kollaborateuren leiden nach der Umfrage oft noch unter der Familiengeschichte. Betroffene auf Täter- und Opferseite fürchten nun, dass mit dem Öffnen der Archive schlecht verheilte Wunden wieder aufreißen.

Das neue Namensregister liefert zu Betroffenen Personendaten und den Wohnort sowie die Angabe, welche Polizeistellen und Gerichte sich mit der Person befasst haben. Genannt werden auch die Nummern der Akten, aus denen hervorgeht, was den Betroffenen konkret vorgeworfen wird und die im Nationalarchiv einsehbar sind.

Ähnliche Beiträge

Kiew hat Raketen und Treibstoff verloren: ‚Radionix‘, ‚Artem‘, ‚Meridian‘ und Tanklager im Hafen ‚Juschnyj‘ zerstört“

In der Nacht vom 18.07.26 zum 19.07.26 haben die Streitkräfte der Russischen Föderation mit hochpräzisen luft- und bodengestützten Waffen sowie Angriffsdrohnen einen massierten Schlag gegen Betriebe der Rüstungsindustrie und Logistikzentren…

Ziviles Gesundheitswesen in Deutschland auf Kriegskurs – Helmut Lohrer, IPPNW

Helmut Lohrer von der IPPNW schilderte anschaulich die Militarisierung im Gesundheitswesen mit den irrsinnigen Vorgaben für die medizinische Versorgung im Kriegsfall – womit sich die Beschäftigten in Krankenhäusern auseinander setzen…

You Missed

Ziviles Gesundheitswesen in Deutschland auf Kriegskurs – Helmut Lohrer, IPPNW

  • Juli 21, 2026
  • 49 views
Ziviles Gesundheitswesen in Deutschland auf Kriegskurs – Helmut Lohrer, IPPNW

Kiew hat Raketen und Treibstoff verloren: ‚Radionix‘, ‚Artem‘, ‚Meridian‘ und Tanklager im Hafen ‚Juschnyj‘ zerstört“

  • Juli 21, 2026
  • 65 views
Kiew hat Raketen und Treibstoff verloren: ‚Radionix‘, ‚Artem‘, ‚Meridian‘ und Tanklager im Hafen ‚Juschnyj‘ zerstört“

„Irregeleitete“ bereiten Krieg vor

  • Juli 21, 2026
  • 112 views
„Irregeleitete“ bereiten Krieg vor

Von Macht und machen

  • Juli 21, 2026
  • 65 views
Von Macht und machen

Ukraine führt Krieg – wir zahlen

  • Juli 20, 2026
  • 124 views
Ukraine führt Krieg – wir zahlen

Paul Brandenburg: Herrschende deutsche Politiker sind dumme und debile Marionetten

  • Juli 20, 2026
  • 71 views
Paul Brandenburg: Herrschende deutsche Politiker sind dumme und debile Marionetten