Gemetzel in der Römerzeit – Massengrab in Wien entdeckt

Sie wurden brutal getötet. Darauf weisen die Skelette von 150 jungen römischen Soldaten hin. In einem der Toten steckte noch eine Lanzenspitze.

Alle untersuchten Skelette weisen Verletzungen auf. (Foto: Handout) Reiner Riedler/Wien Museum/dpa

Wien – Archäologen haben am Rande von Wien ein Massengrab mit rund 150 jungen Soldaten aus der Römerzeit entdeckt. Der «Sensationsfund» aus dem Ende des ersten Jahrhunderts nach Christus weise nicht nur auf einen brutalen Kampf an der Grenze des römischen Reiches hin, betonte das Forschungsteam. Die Kriegsopfer stünden wohl auch mit der Entstehung Wiens in Zusammenhang, hieß es.

Die chaotisch übereinanderliegenden Skelette kamen bei Arbeiten an einem Sportplatz am Rande der österreichischen Hauptstadt zum Vorschein. Untersuchungen ergaben, dass es sich um fast durchwegs gesunde und ungewöhnlich große Männer im Alter von 20 bis 30 Jahren handelt. Ausrüstungsteile, darunter ein Dolch, ein Helmteil und Schuhnägel, wiesen auf die Römerzeit hin. 

Soldaten wurden «abgeschlachtet»

Es handle sich um junge Menschen, «die auf grausamste Weise abgeschlachtet wurden», sagte die Archäologin Michaela Kronberger. Jedes der bislang untersuchten Skelette weist zumindest eine Verletzung auf, die kurz vor dem Tod zugefügt wurde. Bei einem der Soldaten steckte noch eine Lanzenspitze im Beckenknochen. 

Der Wiener Stadtarchäologe Martin Mosser wies darauf hin, dass germanische Stämme im Jahr 92 in der Nähe des heutigen Wien eine römische Legion vernichtend geschlagen hatten. Die Donau bildete damals die Nordgrenze des römischen Reiches. Wenige Jahre später gründeten die Römer in Vindobona ein größeres Militärlager, aus dem die Stadt Wien entstand. Dieser Schritt könnte eine Reaktion auf die vorangegangene Niederlage gewesen sein, sagte Mosser.

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