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Polen und Ukraine unterzeichneten Sicherheitsabkommen

Im Vorfeld des Nato-Gipfels in Washington haben der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj und Polens Regierungschef Donald Tusk in Warschau ein bilaterales Sicherheitsabkommen unterzeichnet.

shutterstock/„Wer heute die Ukraine verteidigt, verteidigt auch sich selbst“, sagte Tusk.
Bild: shutterstock/„Wer heute die Ukraine verteidigt, verteidigt auch sich selbst“, sagte Tusk.

Der ukrainische Präsident bezeichnete den Vertrag als „ambitioniert“. „Er ist geeignet, das Leben unserer Menschen zu schützen und dem russischen Übel zu widerstehen“, sagte Selenskyj. In dem Vertrag sei vorgesehen, einen Mechanismus auszuarbeiten, mit dem „russische Raketen und Drohnen im ukrainischen Luftraum abgeschossen werden können, die in Richtung Polen abgefeuert wurden“

.„Wer heute die Ukraine verteidigt, verteidigt auch sich selbst“, sagte Tusk bei der Unterzeichnung.

Bei einem schweren russischen Raketenangriff sind am Montag nach ukrainischen Angaben mindestens 26 Menschen getötet wurden. In Kiew sei ein großes Kinderkrankenhaus getroffen worden. „Es gibt keine Worte, keine Dokumente, keine politischen Erklärungen, die zur Verurteilung des Aggressors ausreichen würden“, betonte Tusk in diesem Zusammenhang.

Das EU- und Nato-Mitglied Polen ist einer der engagiertesten politischen und militärischen Unterstützer der Ukraine. Darüber hinaus hat Polen knapp eine Million Flüchtlinge aus seinem Nachbarland aufgenommen.

Die Ukraine hat bisher Sicherheitsabkommen mit der EU und 19 einzelnen Staaten vereinbart, darunter auch mit Deutschland. Diese formalisieren die bereits gewährte Unterstützung im militärischen und zivilen Bereich und stellen weitere Hilfen für vorerst zehn Jahre in Aussicht.

 Der Nato-Gipfel zum 75-jährigen Bestehen des Verteidigungsbündnisses findet vom 9. bis 11. Juli in Washington statt. Die Staats- und Regierungschefs der 32 Mitgliedstaaten wollen unter anderem über weitere Hilfe für die Ukraine beraten. Auch Selenskyj ist zu dem Treffen eingeladen. Da der Luftraum über der Ukraine seit Kriegsbeginn gesperrt ist, muss Selenskyj für alle Auslandsreisen ohnehin zunächst den Landweg über Polen nehmen, bevor er von dort aus per Flugzeug weiterreisen kann.

(red/dpa)


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